Blogparade 2008
Hartmut 13. Dezember 2008 um 07:12 Uhr
Nun gut, dann beteilige auch ich mich an der Blogparade vom Fearblog!
Liebe:
Was für ein Jahr!
2008 würde ja für ein frisch verliebtes Paar, das sich 2007 gefunden hat als ein Jahr der Zusammenkunft bezeichnet werden. Ein Jahr der Konsolidierung, so pragmatisch betrachtet. Leider gescheitert. Hingefallen, Abputzen. Aufstehen. Weitermachen. Wenn das so einfach wäre.
Das Herz sagt „nein“. Der Kopp sträubt sich. Oder umgekehrt: Das Herz schreit nach ihr und der Verstand sagt „nein“.
Was ist das verwirrend und das seit Monaten. Und es wird nicht besser, weil immer, wenn ich denke, ich könnte, dann kommt was dazwischen. Immer, wenn ich an meinen Glücksengel glaube, ist genau sie es, die mich verletzt. Wir tun uns nicht gut, das wissen wir und nur der Sex allein kann es ja wohl nicht sein!
Beruf:
Versemmelt, verratzt, verpennt und gescheitert! Was hatte ich doch für Chancen!
Ich stand noch zum Beginn des Jahres in einer Fortbildung, hatte schon 4 Monate hinter mir, hatte vom Grunde auf HTML/CSS/JavaScript+AJAX/PHP/MySQL gelernt und kacke dann ab, weil mich eine andere Freundin (Jacqueline) enttäuscht. Nicht die oben genannte Liebe sondern die, mit der ich diese Fortbildung begonnen hatte. Typo3 zog ich dann denn zur Hälfte durch. Dann kam Photoshop und ich hatte keine Lust mehr.
Was war ich für ein Idiot!
Danach wären noch 2 Monate Flash und viele weitere Module gekommen. Nö, abgebrochen, aus falschem Stolz, aus mangelnder Aufmerksamkeit, aus Feigheit, aus Trotz. Wie dumm!
Schönstes Erlebnis:
So simpel wie es klingt, war es Werner, der mir ein echt nachhaltiges Erlebnis beschert hat. Er wohnt seit 20 Jahren in London und kam nur kurz zu Besuch. Er hat mich an meine Jugend, an unsere gemeinsame Ausbildung beim Arbeitsamt, an seine Homosexualität erinnert. Er wusste früh, was er wollte. Hat mir sogar angeboten, mit ihm Liebe zu machen. Wir hatten zwei tolle Urlaube in Amerika – insgesamt fast 15 Wochen. All das war egal als er in diesem Sommer in den Garten kam. Er war einfach er und das war so schön! Er hat mich wieder zur Besinnung gebracht und mir gezeigt, dass man seine Träume auch leben kann. Denn nach der Ausbildung beim Arbeitsamt hat er seine „Karriere“ gekündigt, um als Steward bei der British Airways anzuheuern. Und er zeigt sein Glück, seine richtige Entscheidung ganz offen. Da kommt kein Neid, kein Frust mehr auf. Höchstens Bewunderung!
Schlimmstes Erlebnis:
Au ja, da könnte ich mich jetzt austoben. Weil Trennung von meiner Freundin und Job versaut! Nee, natürlich war es die Angst um meine Mutti! Ich habe mich so unaufgefangen, so einsam gefühlt. Ich hatte eine beschi**ene Angst, plötzlich alleine zu stehen.
Meine Mutter ist meine beste Freundin und wir haben mal einen tollen Sommer (2006) verbracht. Wir haben uns ausgesprochen. Ich konnte meinen ganzen kindlichen Frust raus lassen und sie hat mir mindestens 1000mal das Wunder der Geburt erzählt … und was ich doch für ein Schei**-Kind war.
Aber als sich meine Mutter ins Krankenhaus begab, war alles plötzlich vergessen. Ich hatte einfach nur noch schei**ende Angst. Ich will sie einfach noch ein paar Jahre um mich haben. Ohne, dass ich ein Mama-Kind bin, sie ist mir einfach als Freundin sehr wichtig. Capiche?
Entwicklung des Blogs:
Der geht ja einher mit meiner Entwicklung.
Es gibt natürlich das einschneidende Ergebnis, dass Marcella nicht mehr mit bloggt. Sie ist nicht einmal mehr berechtigt, hier zu schreiben. Der Blogtitel hat sich dementsprechend geändert. Vom „Weblog von Hartmut und Marcella“ zum „medioman“. War ich jemals einer, ich mein ein „medioman“?
Seit ein paar Wochen blogge ich nun allein, veränderte das Aussehen und den Titel dieser Webseite und fühle mich extrem einsam. Weil ich war es einfach nicht gewohnt, getrennt zu sein und von meiner Freundin keine Rückmeldung zu bekommen, keinen nicht im Blog geschriebenen Kommentar.
Dann habe ich ein wenig rumgepöbelt. Vielleicht hätte ich mich in diesem Jahr in die Elite der Blogger empor schreiben können. War beim Ecki und Luigi nicht fein und werde glaube ich seitdem gemieden. Was solls. Dank Papa Bodehase fand ich den Mut, den Provider zu wechseln. Nun hat sich die Besucherzahl seit 3 Wochen vervierfacht.
Was ich heute Marcella schrieb: Sie hat vielleicht nur 10 Prozent der Texte dieses Blogs geschrieben, aber sie bekommt 70 % der Suchmaschinen-Treffer ihrer Artikel und sie bekommt fast zu 90 % einen Kommentar.
Ich hege keinen Neid. Ich bin Stolz. Und ehrlich, ich wünsche mir das Weib – auch, wenn es keine Liebe mehr wird, zurück! Allein als Bloggerin. Weil das hatte sie schon drauf. Sie hat mich geerdet und mich inspiriert.
Wie das alles ausgeht und wie es sich weiter entwickelt, das weiß ich nicht. Unglaublich spannend finde ich das. So soll das Leben wohl auch sein, oder?
Ausblicke für das Jahr 2009 – Visionen – mit den gleichen Fragen? Warum nicht. Eine neue Blogparade?
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