Der liebe Suff
Hartmut 18. Februar 2009 um 10:02 Uhr
Ich weiß, so manchen nervt das Thema, aber ich muss mal ganz nüchtern darüber berichten:
Ich habe ja letztes Wochenende wieder schwer getankt. So von Freitag Abend bis irgendwann Sonntag in der Nacht war ich irgendwie dauer breit. Der Rausch an sich war ja zeitweise ganz nett, aber an vieles kann ich mich so recht nicht mehr erinnern. Wenn ich saufe, neige ich dazu, oft über die Strenge zu schlagen und daher habe ich auch nicht unbedingt Bock, in der Öffentlichkeit und fern meines Bettes zu trinken.
Irgendwann kommt der Zeitpunkt, da sollte man aber wieder aufhören. Und dann kommt die Zeit, sich wieder auszunüchtern. Diese Zeit habe ich mal ganz genau beobachtet. Ich habe am Sonntag schon gemerkt, wie verpeilt ich war.
Alkohol ist ein Nervengift. Dessen sollte man sich immer bewusst sein. Es zerstört unwiderruflich Gehirnzellen und Synapsen im Hirn. So mancher denkt, er hätte ja genug ungenutztes Potential im Schädel, da könnte er ja reichlich saufen, bis da was kaputt geht. Weit gefehlt, denn es sind auch die Nervenbahnen, die Highways, die in Mitleidenschaft gezogen werden.
Der Mensch ist ein Wunderwerk der Technik. Er hat bis zu einem gewissen Maß die Fähigkeit der Selbstreparatur, der Regeneration. So dauern diese Reparaturarbeiten in meinem Gehirn bis heute an. All die toten und jetzt für immer verlorenen Nervenzellen müssen abgetrennt, neue Verknüpfungen müssen erstellt und neue Highways müssen gebaut werden.
Für mich hatte das die letzten Tage zur Folge, dass mir große Teile meines analytischen und kreativen Denkens fehlten. Was für ein Verlust!
Ich kann nicht sagen, dass ich deshalb Angst hatte, weil auch dafür fehlten die Verknüpfungen. Auch meine Emotionen waren schwer in Mitleidenschaft gezogen.
Die letzte Nacht war die erste seit Donnerstag, also seit einer Woche, in der ich merkte, dass ich wieder begann, in meinem Unterbewusstsein zu arbeiten. Kleine Traumfetzen blieben heute morgen noch hängen. Ein gutes Zeichen für mich, dass langsam wieder Normalität unter meiner Schädeldecke einkehrt.
Für mich steht das alles in keinem guten Verhältnis. Auf 1 Stunde Rausch kommen 4–5 Stunden Wiederherstellung, Verdummung, Verlust der Emotionen und Denkfähigkeit.
Ich glaube nicht, dass ich fortan die Finger vom Alkohol lasse, aber vielleicht drucke ich mir meinen Artikel aus und pinne ihn mir an die Wand. Vielleicht schaffe ich es, vor dem ersten Schluck Bier, den Text noch schnell zu überfliegen.
Ansonsten heißt es wie immer: Gut, dass wir drüber gesprochen haben!
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Hallo,
tja der liebe Alkohol.
Ich bin Alkoholiker, wo ich heute sogar dankbar für bin, denn als heute trockenlebender Alkoholiker weiß ich, wie wertvoll das Leben ist.
Ich bin ja selbst so ein Suchtmensch und kenne mein Potenzial, trotzdem lasse ich leider nicht dauerhaft die Finger vom Suff.
Aber ich sehe zu, dass ich möglichst lange Abstände lasse und beobachte, wann und warum ich saufe und frage, ob ich nicht noch ein oder zwei Tage warten kann?
Wenn ich das verneinen müsste und es nicht auch tun könnte, dann wüsste ich, dass es mich erwischt hat und ich für immer aufhören müsste.
Puh, soviele Konjunktive