Der öffentliche Blogger Ⅱ

Hartmut 15. März 2009 um 19:03 Uhr

Ich finde das ja immer recht interessant, dass sich Blogger Gedanken machen, wie sie ein Stück vom Werbekuchen abbekommen. Neudeutsch nennt sich das wohl, seinen Blog zu monetisieren.

Gerade habe ich eine heftige Diskussion über das öffentliche Betteln überstanden schon rollt eine kleine Welle der Kommerzialisierung über mich.
Ich mache mich ja davon nicht frei, weil ich selbst einen weiteren Blog betreibe, der in eine professionellere und auf Werbeeinnahmen fixierte Richtung ausgerichtet ist (nein – kein Link!).

Bei allem aber frage ich mich, wie viel News die Welt vertragen kann, was ich, bei Eingabe eines bestimmten Suchbegriffes nun anderes erhoffen kann, wenn ich mich durch die angezeigten Suchtreffer klicke.

Ich frage mich, woher die Blogger ihre Neuigkeiten beziehen wollen? Doch auch nur von den Webseiten, die schon darüber berichten. Von den großen also, würde ich mal sagen.
Ich sehe Content-Klau, Falschmeldungen, Sensationsreporter über all.

Dann höre und lese ich, dass – vielleicht durch Twitter – die länge der Artikel in den Blogs rapide abnimmt. Masse statt Klasse, oder was?
Nein, Leute, überlegt Euch das gut!
Wenn ihr Euch dafür entscheidet, dann seht zu, dass Ihr Qualität auf den Markt werft. Dazu gehört jede Menge Recherche, der Mut zur eigenen Meinung und auch Quellenangaben!
Es kann nicht sein, dass jeder seine News als die seine ausgibt. Wenn geklaut wird, dann will ich wissen, woher!

Öffentliche Blogger, die in die Öffentlichkeit streben, haben eine Verantwortung. Dazu verweise ich auf die spannende Diskussion bei Julia.
Bitte durchsiebt nicht das Internet gedankenlos ohne nachzudenken. Nur für den kurzen Kick, den Augenblick.
Ein schlecht informierter Besucher rennt auch schlecht informiert durch die Welt, verbreitet das Gelesene auch außerhalb des Internets weiter und sorgt mit dem sogenannten Multiplikator-Effekt für die weitere Verbreitung der “schlechten” Nachrichten.

Ich mag keine Stammtischmentalität, in der nicht mehr reflektiert wird. News – auch Klatsch und Tratsch – sollen zum Nachdenken anregen. Ich will mir nicht mein Intellekt durch hirnlos geschriebene Meldungen aufweichen lassen.
Schnelle, herzlose, oberflächliche und aus Halbwahrheiten bestehende Nachrichten ziehen die breite Masse an, hängen bleibt dann vielleicht eine Klientel, die Ihr nicht wolltet. Die Euch den Blog zu kommentieren und über Dinge diskutieren, die Ihr nicht wolltet!

All das gebe ich zu bedenken und noch viel mehr!

Öffentliche und erfolgreiche Blogger stehen in der Kritik! Sie stehen unter Beobachtung, sie polarisieren und saugen auch Neider an.
Neider sind nachtragend. Sie beobachten genau und warten nur auf einen Fehler! Und ein Fehler kann viel Geld kosten. Mehr Geld als je durch Werbeeinnahmen eingenommen werden konnte.

Öffentliche Blogger sind nichts weiter als Journalisten. Sie haben sich an den Pressekodex zu halten. Sollten immer aufpassen, ob sie fremde Worte und Bilder verletzen. Aber wie soll eine News ohne Fotos funktionieren. Sei es über die neusten Handys oder Berichte von Prominenten.
Seid Ihr zu bekannt, wird unweigerlich jemand aufmerksam, der für die Veröffentlichung des Bildes das Urheberrecht hat.

Ich setze jetzt hier die Links zu denen, die sich mit dem Gedanken tragen bzw. einen, der bereits vor 2 Tagen angefangen hat, in schneller Folge Nachrichten zu schreiben. Sollten die verlinkten Blogs das nicht wünschen, bitte ich um eine kurze Nachricht (auch per E-Mail (steht im Impressum))

Majeres
meetinx-Blog
xxx –> Blog auf Wunsch entfernt!

Und dass es auch anders geht, erfolgreich zu werden, beweisen Blogs, die auch intellektuelle Schwerpunkte setzen. Sei es der bekannte Blog Basic Thinking oder der von Stefan Niggemeier.

Teil 1 dieses Artikels – LINK

Einen sehr interessanten Link bekam ich von Luigi per Twitter zugesandt: Die Risiken des Echtzeitwebs. Absolut empfehlenswert!

Dies ist Teil 14 von 25 aus der Serie Über das Bloggen
Navigation«Der öffentliche BloggerHohlräume»

Zufallsauswahl ähnlicher Artikel

6 Kommentare zu “Der öffentliche Blogger Ⅱ”

  1.  alice hive am 19. März 2009 um 20:10 Uhr

    Gute Einwände! Auch ich hab das Gefühl, dass Masse statt Klasse gerade ziemlich zunimmt. Vielleicht entsteht dieser Eindruck aber auch dadurch, dass ich in den letzten Monaten bei Twitter aktiv war. Dort wird ja eine Menge Newskram kommentiert.
    Für News interessiere ich mich mittlerweile kaum noch. Ich hab gemerkt, dass mich temporäre Informationen in den seltensten Fällen weiterbringen. Das meiste davon ist innerhalb weniger Wochen wieder vergessen bzw. irrelevant geworden. Statt zu versuchen, immer up to date zu sein und immer eine Meinung zu haben, beschäftige ich mich lieber mit zeitlosem und praktischem Wissen, dass mir dann auch wirklich weiterhilft.
    Genauso habe ich lieber einen fundierten Artikel, der vielleicht mehrere 1000 Wörter lang ist, als 10 oberflächliche Artikel, die jeweils nur 200 Wörter lang sind.

  2.  Hartmut am 20. März 2009 um 08:12 Uhr

    Danke Alice,
    ich glaube, momentan kommen sehr viele neue Webseiten (müssen ja nicht immer alle Blogs sein) auf den Markt, die sich mit der oberflächliche Verbreitung von „News“ beschäftigen.
    Vielleicht liegt es am Wetter, also an der Freizeitgestaltung oder wirklich daran, dass das Berichten über Promis und schnell flüchtigen Content so viel Spaß macht.
    Möglicherweise ist Twitter da wirklich ein guter Pool, schnell und frisch an neue verwurstbare Massenware zu kommen. Aber genau das ist das extrem kurzlebige und bei der Masse auch schnewll abstumpfende.
    Auch die erfolgreichen Formate DSDS oder GNTM scheinen viele zu motivieren. Davon mache ich mich ja auch nicht frei. Ich werde wohl bis zum Finale auch meine YouTube-Playlisten hier veröffentlichen und live meine Meinung im anderen Blog schreiben. Ich mache das, weil ich mich selbst habe involvieren lassen. Nicht nur, aber doch, um neue Besucher auf den Blog zu bekommen.

    Ich will auch niemandem die Lust nehmen, solche Projekte zu starten. Aber wie Du meinst, da sollte dann – aufgrund der Menge solcher Webseiten – auch der eine oder andere kritische Unterton bei sein.

    Beispiel sind die vielen Kino-Seiten. Mich interessiert nur ein kleiner Abriss vom Inhalt des Films, mehr noch interessiert mich die Kritik, die ganz persönliche. Mit der will ich mich konfrontieren, wenn ich mir den Film dann anschaue und sehen, wo die Reibungspunkte liegen.

  3.  alice hive am 21. März 2009 um 09:47 Uhr

    DSDS und GNTM sind ein gutes Beispiel. Mittlerweile schließe ich zu den Zeiten, in denen solche Formate gesendet werden, mein Twitterfenster. Einfach weil ich dann fast garantieren kann, von mit #gntm und #dsds versehenen Tweets überhäuft zu werden (und ich möchte ja nicht ALLE unfollowen :)). Manchmal denke ich, die Leute sind im Newsrausch. Können News süchtig machen?

  4.  Hartmut am 21. März 2009 um 10:21 Uhr

    In den #dsds‑ und #gntm-Zeiten ist Twitter auch nicht mehr unbedingt eine Microblogging-Plattform, sondern eher ein Newsticker!
    Das ist Twitter auch, wenn man sich genug News-Verbreitern anschließt, die alle paar Sekunden Neues zwitschern. Wenn man dann noch versucht, allen Links tatsächlich zu folgen, dann kann das natürlich auch in eine Art Sucht ausufern, denk ich mal so ganz doof.

    Auch die, die solchen News hinterher“hashen“, um selbst die News noch weiter zu verwursten, sind abhängig, klassische News-Junkies. Dann noch schnell Bloggen und weiter die Szene abklappern.
    Ich merke schon, dass hier einige bekannte Worte, wie sie im Drogenmilieu benutzt werden, vorkommen.

    Es ist wirklich schon heftig, wieviel Content Tag für Tag auf den Markt geworfen wird, wieviel Zeit man sich nehmen muss, um zu lesen, zu filtern und für sich das herauszusuchen und zu behalten, was man verwerten kann.
    Z.B. Dein vorletzter Artikel „Was sich Fans in den Blogs ihrer Lieblingsmusiker wünschen“ passt so wunderbar zu meiner Frage mit „MySpace vs. Webseite„. Da muss ich unbedingt noch eine Verlinkung setzen. Die wirklich guten Artikel gehen einfach in der Gesamtheit der Masse unter, wenn man nicht aufpasst.

    Aber da haben wir alle auch eine Verantwortung, zumindest die, die sich von der Masse abheben wollen: Nämlich ein klein wenig aufeinander aufzupassen. Dazu gehört das Vernetzen, kommentieren und letztlich die Kommunikation.

  5.  Andreas am 22. März 2009 um 19:00 Uhr

    Ich sehe da „xxx“. Da hatte wohl jemand ein wenig Muffesausen vor ein wenig Kritik.
    Sind nicht im Grunde alle Blogger öffentlich? Ich sehe eigentlich nur einen Unterschied in der Reichweite des einzelnen.

    Zum neuen Blog kann ich sagen, dass es einfach auch ein wenig befreiend ist. Auf meinem Hauptblog habe ich eine Leserschaft, die sich an meine dortigen Themen und Schreibstil gewöhnt haben. Auf dem neuen Projekt ist das nicht so, ich kann über seichte Themen, wie Promitratsch oder TV-Shows schreiben und dort auch einen anderen Ton anschlagen. Das Ding ist eben nur auf Suchmaschinen ausgerichtet…
    Das macht schon Spass ;-) .

  6.  Hartmut am 22. März 2009 um 21:02 Uhr

    Ja, ich bekam eine „freundliche“ E-Mail, ich solle doch den Link entfernen. Sind schon ein paar echte Kasperle die Jungs, die da nicht verlinkt werden wollten. Vielleicht sind sie Dir auch schon begegnet, weil sie eine ziemliche Welle machen.

    Genau um die Reichweite geht es doch. Ich habe hier bis November auch nur max. 40 Besucher am Tag gehabt. Jetzt spülen mal eben z.B. DSDS3 heute alleine 250 Extra-Besucher auf die Seite. Das sind halt die von Dir in Deinem Blog oft angesprochenen Traffic-Artikel und machen aber den Unterschied zwischen dem reinen privat vor sich hinbloggen und dem „öffentlichen“ Blogger aus.

    Ich war ja nun schon zwei, dreimal auf Deinem neuen Blog. Ich finde den recht putzig und wünsche Dir in jedem Falle auch echt in erster Linie Spaß. Witzigerweise kommt der Erfolg bei solchen Geschichten unweigerlich noch dazu. Du hast auch ein echtes Händchen dafür. Hauptsache, der Zweitblog reibt Dich nicht auf (das wird Inhalt von Teil Ⅲ dieser Serie).

    Wie Du merkst, irgendwie bin ich noch lang nicht durch mit dem Thema. Es geht gar nicht um das Kritisieren, was andere tun. Es geht einzig und allein um meine Ausrichtung, wie und was und wohin ich so will, warum der Trend zum Zweit‑ und Drittblog geht usw.

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben

Bold Italic Link Blockquote  Alle HTML-Tags sind erlaubt!
 Zum Bezug auf einen Kommentar, auf laufende Nummer klicken!

Smilies anzeigen/verstecken
:smile_wp: :biggrin_wp: :sad_wp: :surprised_wp: :eek_wp: :confused_wp: :cool_wp: :lol_wp: :mad_wp: :razz_wp: :redface_wp: :cry_wp: :evil_wp: :twisted_wp: :rolleyes_wp: :wink_wp: :exclaim_wp: :question_wp: :idea_wp: :arrow_wp: :neutral_wp: :mrgreen_wp: :annoyed_tb: :blink_tb: :blush_tb: :bye_tb: :clap_tb: :cool1_tb: :drunk_tb: :devil_tb: :doh_tb: :down_tb: :dry_tb: :dunce_tb: :flush_tb: :guns_tb: :furious_tb: :glurps_tb: :happy_tb: :huh_tb: :innocent1_tb: :jittery_tb: :smoke_tb: :king_tb: :laugh_tb: :lol_tb: :mad_tb: :mellow_tb: :nono_tb: :help_tb: :ohmy_tb: :ponder_tb: :rolleyes_tb: :sad_tb: :shock_tb: :sleep_tb: :thumbup_tb: :smile1_tb: :surrender_tb: :tongue1_tb: :tongue2_tb: :unsure_tb: :wacko_tb: :thumbdown_tb: :wink1_tb: :wub_tb: :cool2_tb: :cry_tb: :embarassed_tb: :foot_in_mouth_tb: :wallbash_tb: :frown_tb: :innocent2_tb: :kiss_tb: :laughing_tb: :money_mouth_tb: :sealed_tb: :smile2_tb: :surprised_tb: :tongue3_tb: :undecided_tb: :smiley2_tb: :yell_tb: :) :) :D :x :P 8) 8x 8P :o 8O :( :? ;) :!: :?: :| :lol_ee: :smirk1_ee: :rolleyes_ee: :tongue_laugh_ee: :tongue_rolleye_ee: :tongue_wink_ee: :rasberry_ee: :ohh_ee: :grrr_ee: :gulp_ee: :ohoh_ee: :embarrassed_ee: :sick_ee: :shuteye_ee: :hmm1_ee: :angry_ee: :zip_ee: :kiss_ee: :shock_ee: :smirk2_ee: :grin2_ee: :hmm2_ee: :vampire_ee: :snake_ee:

SetTextSize SetPageWidth