MySpace vs. Webspace
Hartmut 11. März 2009 um 07:03 Uhr
Ich bin befreundet mit dem Bassisten einer Band, deren Namen ich zunächst mal nicht nenne. Als sein Freund sollte ich mal das Design und die Pflege der Band-Webseite übernehmen.
Dann lösten sich die Band auf, formierte sich neu und ein neues Mitglied wollte sich der Sache annehmen.
Nun vor ein paar Tagen durfte ich wegen erneuter Neubesetzung wieder ran an die Seite, löschte alles und fing mehr oder weniger von Neuem an. Gestern erzählte mir mein Kumpel, dass ich mir um die Webseite keinen Kopf mehr machen soll, er wolle die Domain kündigen, weil die Band sich mittlerweile eine recht ansehnliche Webpräsenz bei MySpace aufgebaut hat. Besonders die anderen Mitglieder wollten keine Kosten für eine eigene Domain aufbringen.
Ich rede hier von 4,99 Euro im Monat, ob und in welcher Höhe ich überhaupt für den Kumpeldienst was verlangen wollte, stand überhaupt nicht zur Debatte.
Ich habe mich auf MySpace mal umgesehen, es tummeln sich ja sehr viele Künstler auf der Seite und präsentieren Bilder und Musik, werben für ihre Projekte. Sie führen Gästebücher und sind fast eine Welt für sich. Und genau diese Welt habe ich bisher überhaupt nicht wahr genommen.
Mich würde mal Eure Meinung dazu interessieren. Natürlich frage ich nicht uneigennützig. Ich würde es toll finden, wenn sich die Band entschließt, zumindest als zweites Standbein die eigene Webpräsenz zu behalten, vielleicht für später, um dort einen Ticket‑ oder T-Shirt-Shop einzurichten, aber darum geht es mir jetzt nicht unbedingt.
Ich frage eher nach Euren Erfahrungen mit MySpace oder der zusätzlichen Notwendigkeit, eine eigene Webseite zu pflegen. Ich gebe die Links nur zur Anschauung meiner Ausführungen preis. Besonders, was die Webseite auf der eigenen Domain betrifft, geht es nicht um das Design.
Link zu MySpace
Link zur Band-Domain
Ich würde mich über viele Kommentare echt freuen, damit vielleicht ein paar schlagkräftige Argumente für das Für und Wider zusammen kommen.
Link-Tipp: Was sich Fans in den Blogs ihrer Lieblingsmusiker wünschen
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myspace ist in meinen Augen und nach meinem Gefühl eine „Community“ für Kids und Jugendliche, auf der sie ihre Klickibunti-Bilderchen und Glitzerschriften präsentieren können. IMHO nichts seriöses.
MySpace ist was für Kiddys, Spammer und Möchtegern Mainstreamern. Letztlich ist es ne riesige Spam und Werbeschleuder. Mag für Firmen und Bands ne feine Sache sein, aber sonst völliger Müll *meine meinung und erfahrung*
Ich hab mich mit dem Thema auch schon mal auseinander gesetzt: http://alicehive.de/warum-myspace-nicht-ausreicht/
Myspace ist eine Demo-Seite (ein paar Songs, Bilder, Biografie), nicht mehr, nicht weniger.
@An Alle: Danke für Eure Sicht auf die Dinge und
@Alice: Das ist ja ein Hammer-Artikel. Der bringt es ja total auf den Punkt!
Danke für diesen Link!
Danke für das Lob.
Myspace gegen eigene Webpräsenz kann man vergleichen wie eigener Shop und der Handel über eBay. Es sind einfach schon Menschen da…sozusagen Laufkundschaft. Durch diese Friendlist-Geschichte die dort vorhanden ist, durch die Blogs die dort machbar sind, durchdie Comments bei anderen baut man recht schnell ein Netzwerk auf, schneller als mit einer eigenen Seite. Das Optimum wäre zu versuchen den Besucherstrom von Myspace auf seine eigene Seite zu lenken. Das ist mittlerweile recht kompliziert geworden und bedarf einiges an Trickserei. Klar tümmeln sich viele Kids auf Myspace und sehr viele Werbespammer, prozentual gesehen aber womöglich weitaus weniger als im Rest des WWW.
Die meisten Seiten auf MySpace sind mir einfach zu bunt und es sind wirklich eine Menge komischer Kids unterwegs.
Aber manchmal findet man auch ein paar Perlen bzw. tolle Bands die ich bisher noch nicht kannte.
@Flammenfresser: Genau das habe ich in dem Falle der Band auch so gedacht. Sie hat ja nun schon ein recht erklekliches Netzwerk und ist eine gut besuchte Seite bei MySpace. Mit diesem Hintergrund liesse sich ja im Prinzip das eigene Produkt auf einer eigenen Webseite noch besser darstellen. Eben mit Ticket‑ oder Fan-Shop oder dem Online-Vertrieb der eigenen Werke.
@Naddi: Ja, es tummeln sich neben den Kiddies wirklich astreine Künstler/Bands auf der Seite. Ich kann ja auch verstehen, dass sich viele nicht noch neben ihrer Kunst mit dem Aufbau und der Pflege einer eigenen Webseite befassen wollen. Bei MySpace klickert man sich halt in wenigen Sekunden etwas zusammen und sieht schnelle Ergebnisse. Aber wie Alice es in ihrem tollen Artikel geschrieben hat, MySpace hat halt seine Grenzen (irgendwie immer gleicher Look, keine eigene Webadresse, alles auf nur einer Seite).
hallo ihr lieben, genau um meine band geht es hier!
problem an der sache is, dass myspatz mittlerweile dat muckerportal nr.1 geworden is….
selbst klasisches viva, mtv genere wirbt in den spots mit myspace….
wenn sich einer wg einer band informieren will, geht er/sie auf myspace und sucht die band….
nix mehr googeln, die leute wollen halt schnellen input, kostenfrei, die mucke hören, bilder der truppe sehen, um sich zu entscheiden, diese band für ihr event zu buchen….
ich hab myspatz damals gemieden, allerdings, hat es sich durchgesetzt und die veranstalter, haben meisst eine eigene seite, wo sie die band dirket zum event verlibnken, nen song abspielen und nen video veröffentlichen….
so is dat nun mal…. füge mich dem, was eben gefordert wird….
basslastige grüße, rene.
Es spricht nichts dagegen, myspace quasi als Zusatzseite zur eigenen Website zu nutzen. Also die Besucher von und über myspace abgreifen. Aber Dreh‑ und Angelpunkt muss die eigene von Euch selbst kontrollierte Website sein.
Wie willst Du in der lokalen Presse (also sagen wir mal im deutschsprachigen Raum) mit einer myspace-Seite ankommen? Ist doch hochgradig albern, wenn Du so einen Käse an andere Leute weitergeben willst oder das beworben werden soll von einer Agentur. Myspace ist unseriös. Wenn ihr das sein wollt, dann bleibt ausschließlich dort. Und macht Euch abhängig von einem Fremddienst.
Wenn nicht, dann macht eine gescheite eigene Seite unter einer eigenen Domain und verlinkt diese in Eurem Myspace-Profil. Im myspace 2–3 Songs zum Probehören und dann soll der Besucher aber auf Eure Seite. Unabhängig, selbstbestimmt und selbst vermarktbar (Stichwort Werbung).
promo pakete, gehen grundsätzlich per email oder dirket per post raus….
myspace, gibt den kontakt, alles andere ist privat und seriös….
oder denkst du, nen veranstalter, der dich gebucht hat, geht noch auf deine seite, um sich den tecnical rider zu saugen?
den hat die band zu senden, ansonsten bekommt sie dat equipment, was vor ort is….
so läuft der hase….
is halt einfach so, auch wenn ich es gern persöhnlicher und privater haben möchte, die veranstalter verlangen myspace, man muß es nutzen um, im wettberwerb zu bestehen!
Okay, ihr scheint das ja sehr gut zu wissen. Hier treiben sich auch nur Netz-Spezialisten ohne Ahnung vom Musikgeschäft herum.
Wir sehen uns dann sicherlich bald in den Charts…
Myspace behauptet sich trotz sämtlicher Nachteile (Spam, Kiddies, Werbung) als No.1 Portal, vor allem für Musiker. Ich habe bereits viele Bands gesehen die sich einerseits ihre Domain direkt auf ihre MySpace-Präsenz umleiten lassen.
Ich denke auch mal dass es einfach praktisch ist den Bandnamen unter einer Portal-Domain wiederzufinden den aus dem Musk-Biz ausnahmslos jeder kennt und auch direkt sämtliche Multimedialen Features (Song-Playlist, etc.) im Profil zu haben.
Manchmal sind solche Profile von Bands ech gut rausgeputzt, was man leider von den meisten nicht behaupten kann. Als Alternative sei übrigens auch http://artaculous.com erwähnt, welches sich scheinbar zunehmender Beliebtheit erfreut und nicht ganz so chaotisch in der Optik daherkommt
cheers
Man darf zudem nicht vergessen, dass Myspace derweil vollkommen überlaufen ist und es dort für eine unbekannte Band unheimlich schwer ist aufzufallen.
Beispiel: Wir haben letzten Monat eine Myspace Promo-Aktion gemacht indem wir das Album eines nicht unbekannten Rock-Acts als Download verschenken sollten. Dazu haben wir 1200 Myspace User persönlich angeschrieben und eine individuelle Nachricht verfasst. Die Angeschriebenen passten zu 100 % in die Zielgruppe der Band und gerade mal 6 Personen haben das Album gesaugt. Das zeigt, dass Mitteilungen von Bands in Richtung Fanakquise nahezu im Sande verlaufen und nicht mehr als interessant angesehen werden. Bands die in der Vergangenheit z. B. den Friendblaster benutzt haben, töteten die Geduld und Leidensfähigkeit der Community. Band Nachrichten landen somit weitestgehend ungelesen im Papierkorb. Zwar kann man seine Friends mit dem Friendblaster noch zahlentechnisch in die Höhe treiben, aber auch nur weil Freunde zumeist wahllos und ungeprüft angenommen werden. Diese Freunde/Fans sind zwar schön für die Optik sind aber bezogen auf Loyalität und evtl. Kaufbereitschaft wertlos. Somit kann ich Alice Hive nur zustimmen und allen Bands raten zu versuchen möglichst viel Traffic auf die eigene Internetpräsenz umzuleiten. Gewöhnt eure Fans daran wo Euer Heimathafen ist und bündelt dort eure Aktivitäten! Play It Louder!