Mann!
Hartmut 20. Februar 2009 um 02:02 Uhr
Oh was liebe ich es, über meine Gefühle zu schreiben. Ich, Grunz! Mann, wie geht denn das?
Ich habe das von Anfang an hier im Blog getan und werde es auch immer tun! Weil es einfach geil ist!
Nichts ist ehrlicher und schöner, sich seiner Gefühle klar bewusst zu sein und sie nicht zu verstecken.
Für mich ist das Bloggen genau das richtige Instrument, mich auszudrücken.
Ich muss mich nicht rechtfertigen und verstecken. Kann flennen, zetern, heulen, boxen und trampeln.
Alles Attribute, die mir als Mann scheinbar in die Wiege gelegt oder anerzogen wurden oder mit denen ich mich majestätisch in meiner Selbstbehauptung gegenüber anderen Alpha-Männchen hervor tat.
Mir ist das auch egal, ob ich als Mann als Weichei oder Homo bezeichnet werde!
Ich brauche es mittlerweile einfach, mich auszudrücken, mich auszuweinen oder auch mein Glück mit anderen zu teilen. Nicht immer, aber auch nicht weniger!
Dies hier ist meine Plattform. Hier will ich gehört werden. Mir reichen die, die es jetzt oder später lesen. Es ist gesagt, es ist jetzt hier, es ist raus und gut ist es! Es muss, aber es kann kommentiert werden!
Marcella warf mir vor einigen Tagen vor, dass ich nicht mehr so persönlich schreibe, dass der "medioman" ein Technik-Blog werde. Niemals!
Das war er nie, das wird er nicht, dafür sorge ich schon! Hier und Jetzt!
Sie hat ja Recht, weil ich natürlich auch interessiert bin, weil ich mich manchmal damit gut auskenne und weil es letztlich mein Hobby ist. Auch das muss halt mal raus.
Ich will Marcella damit nicht verraten oder einen anderen Stammleser, der das mag, was wir/ich so von der Gefühlsebene ablassen, aber ich will halt auch manchmal meinem Hobby fröhnen.
Wir haben uns irgendwann entschieden, einen gemeinsamen Blog zu betreiben, in dem wir alles ablassen können, was uns emotional in unserem Leben prägte und veränderte, wie wir zu dem wurden, was wir heute sind und womit wir uns beschäftigen und dann werde ich mich weder in meinen Gefühlen noch mit dem, was ich tue, was meine Hobbies sind und womit ich mich beschäftige, ausbremsen lassen! Punkt!
Hach, war ich zu hart? Klar doch, ich will genau das! Ich will den Leser durch meine emotionale Zerrissenheit, die ich manchmal jeden Tag durchlebe, schicken. Ich will niemandem weh tun, ich will mich nur als Mann klar machen. Zu meiner Emotionalität, zu meinen Gefühlen!
Genau, wie das z.B. Marcella (Beispiel!) hier oder Julia dort tun!
Ich will das, ich spüre jeden Tag eine unbändige innere Kraft, vielleicht noch dieses urzeitlich innewohnende wilde Tier in mir. Ich will zerfleischen, auf die Jagd gehen, Beute reißen und mich dann inmitten meiner Sippe und Brut nieder lassen.
Ach, was waren das für herrliche Artikel, als ich über das wilde Tier in mir schrieb. (Beispiel hier oder hier)
So bin ich nun mal ein wildes Tier, ein umtriebiger Wolf, den Gefangenschaft bzw. Domestizierung zu einer Bestie macht.
Aber ich bin auch ein zahmes Hündchen, sehne mich nach Liebe, Nestwärme und Geborgenheit, suche immer nach dem Mittelmaß, meine Instinkte der Liebe unterzuordnen.
Das geht aber nur, wenn ich mich zivilisiere. Wenn ich meinen Urdrang erkenne und mich auf meine Gefühle einlasse. Ich sehne mich so nach Verständnis, Aufmerksamkeit und bin es leid, jeden Tag auf Beutefang zu gehen, mit anderen um die Herrschaft zu kämpfen. Ich will teilen, gemeinsam erleben und einfach lieben!
Ich hasse es, inmitten einer Ellenbogengesellschaft zu leben, zu rangeln und zu verletzen, mich Tag für Tag in einem besseren Licht darstellen zu müssen, als ich eigentlich bin!
Ich will Ich sein, mit allen Ecken und Kanten!
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Sich verstellen ist eh grundlegend verkehrt, das geht über kurz oder lang nach hinten los. Irgendwann ist man nur noch gefrustet.
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Mach dein Ding wie es dir gefällt, wenn Du heulen willst heul und wenn Du mal einen Urschrei loswerden möchtest, dann tue es. Tipp: Geh zum Schreien besser in den Wald, in der Fussgängerzone mögen sie das nicht so sehr
@ Hartmut: Ein schöner ehrlicher Text, so wie ich es von Dir kenne. Ich finde, das klingt gesund, ehrlich, menschlich und somit ist auch etwas, dass ich mir zum Vorbild nehmen möchte.
Also zuerst einmal musste ich über den Kommentar von Andreas richtig ablachen. Ich stelle es mir gerade bildlich vor, wie du lieber Hartmut, mitten in einer belebten Straße stehst und einfach los schreist. Echt irre, aber ich glaube „die weißen Kittel“ bleiben nicht lange fern.
Ja und jetzt komme ich zu deinem Artikel.
Nachdem du ihn mir heute morgen am Telefon vorgelesen hattest, habe ich nur die Hälfte verstanden. Ich muss immer selbst einen Text lesen, weil ich auch gerne zwischen den Zeilen lese.
Anscheinend sind dir meine Worte sehr zu Herzen gegangen und ich kann nur sagen, jetzt hast du mit diesem Artikel genau ins Schwarze getroffen. Deine Gefühle, deine Menschlichkeit, deine Offenheit und deine Ehrlichkeit, konntest du nicht realistischer rüberbringen und da schließe ich mich Julias Meinung an.
Bleibe weiter bei dir selbst und schreie es raus, wenn es nötig ist. So liebe ich dich!
Ich danke Euch Dreien für die tollen Kommentare.
Es kommt ja nicht oft vor, dass ich in mein Tagebuch schreibe, aber wenn, dann immer, wenn ich es wirklich rausbrüllen muss. Das hat Andreas schon gut erkannt.
Glücklicherweise bin ich als Wolf im Schafspelz mittlerweile so gut erzogen, dass mir mein laues Lüftchen im Blog schon als Ersatz für den Urschrei reicht. :lol:
„Mir ist das auch egal, ob ich als Mann als Weichei oder Homo bezeichnet werde!“
Ich kenne das. Und ich finde es unmöglich, denn nur weil ein Mann Gefühle zeigt ist er noch lange kein Weichei. Ich finde das schlimm. Ich könnte da so sauer werden, weil ich es ungerecht und verletzend fühle, wenn man so was hören muss. Da braucht man sich nicht wundern, dass Männer ihre Gefühle nicht zeigen, denn sie werden gleich abgestempelt und das ist nicht nett. Manchmal frage ich mich schon, ob die Leute noch ganz normal sind.