Üble Tage
Hartmut 9. Juli 2007 um 10:07 Uhr
Voll und ganz stecke ich wieder in meinem Loch. Diesmal ist es anders, ich halte mit aller Kraft dagegen und doch will sich mein Geist nicht aufhellen. Ich bin so übel antriebslos und gefühlsarm. Nur die Traurigkeit und mein Schwermut sind da. Ich habe mich sogar am Wochenende bewegt. War Samstag bei Thomas, anschließend bei meiner Freundin. Gestern tagsüber bei meiner Mutter im Garten. Heute bin ich arbeiten.
Ein Glück sind meine Kollegen hier unten im Keller nicht da. Ich wüßte weder mit ihnen umzugehen noch würde ich dieses oberflächliche blabla ertragen.
Und dann diese Nächte, unruhiger, praktisch nicht vorhandener und absolut traumloser Schlaf raubt mir die Energie.
Reden, denken, alles fällt so schwer. Nicht einmal grübeln funktioniert. Seit 5 langen Tagen und Nächten nun schon und ich sehe kein Ende.
Ich habe das Gefühl, mein Kopf steckt in einer Schraubzwinge. Dumpf pocht es an den Schläfen und die Stirn ist taub.
Alles schreit in mir, mich zu befreien, doch es geht nicht. Möchte etwas machen, habe Lust, endlich die Webseite von Thomas zu bearbeiten. Wenigstens die Startseite. Oder mein PC, der nur noch abstürzt. Ich vermute Inkompatibilitäten zu Vista. Der Zweit-PC mit Ubuntu, keinen Nerv mich mit Samba zu beschäftigen, um ein Netzwerk aufzubauen.
Okay, kein Druck, sag ich mir, sagen Andere, sagt meine Freundin. Beruhige Deinen Geist, Dein Gewissen und das versuche ich ja. Ich versuche es mit meinem Mantra: „Was ist meine Berufung?“, aber es kommt nichts.
Gähnende Leere und so sitze ich hier und schreibe, in der Hoffnung, dass ich meinen Schädel frei schreibe, aber derzeit tippe ich die Buchstaben nur mechanisch, ich beschreibe das, was ich kenne und habe keine erkennbaren Fortschritte.
Geduld, wird schon wieder. Nungut, kein positiver Text, leider, bin so gerne eine Frohnatur. Wenn meine Melancholie mein Antrieb sein, meine psychische Entwicklung voranbringen und mich für Spiritualität öffnen soll, dann möge es so sein, aber sie hindert mich und diese Phasen der Manie und Depressionen nerven einfach nur und hindern mich an meinem Schaffen, ich möchte das nicht mehr. Ich will nicht ausgebremst werden!
Ich möchte auch keine Medikamente nehmen, die mich verändern. Ich gehe nicht zum Arzt, ich sitze es aus – wie immer. Blödsinn, Dummheit. Angst!
Was soll ich nur tun? Ich erwarte keine Antwort, diese Frage stelle ich meinem Tagebuch!
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