Weniger Statistik ist mehr
Hartmut 3. Oktober 2008 um 19:10 Uhr
Mehr durch Zufall kam ich heute bei der Installation einer Statistik-Software (dazu später mehr) in einen Chat mit Julia.
Außer ein paar netten Kommentaren hatte ich mit ihr noch nie Kontakt, aber ich muss sagen, es war einfach mal schön, mit einem fremden Menschen kurz per Chat zu quatschen.
Wir redeten natürlich auch über unsere Blogs, über unsere Artikel, über die Anzahl der Kommentare und die Besucherzahlen.
Ich ärgerte mich zum wiederholten Male über die schwer aufgeblähte Datenbank, die das Plugin „StatPress“ hier hinterlässt. Und in mir wurde so langsam immer mehr die Frage konkreter, warum eigentlich?
Natürlich interessiert es mich ehrlich, wieviele Besucher auf meine Seite kommen, vielleicht auch, welche Artikel sie lesen, wie lange sie auf der Seite bleiben und über welche Suchmaschine mit welchem Suchbegriff sie gekommen sind.
Aber, mehr noch, interessieren mich Themen. Inhalte. Reaktionen. Verweise.
Bei gulli ist heute ein toller Artikel – Sind wir asozial – erschienen. Ich kann diesen nur jedem empfehlen, der sich ein wenig kritisch mit dem ganzen Statistik‑ und Suchmaschinenkram beschäftigt. Auch die in diesem Artikel verlinkten Verweise auf die anderen Artikel kann ich nur empfehlen. Es ergibt sich ein rundes Gesamtbild der Blogger‑ und Linkszene.
Ich für meinen Teil habe jetzt reagiert. StatPress habe ich deinstalliert und auch Google Analytics. Trotzdem sind noch ein paar Statistiken am Laufen: Der von meinem Provider bereitgestellte Besucherzähler und ein Link zur Webseite ourStats.
Zudem habe ich noch ein absolut geiles Statistik-Programm entdeckt, welches sich Woopra nennt. Der Unterschied zu Google Analytics – ausser, dass es eben nicht von google ist – ist, dass es als reine Desktop-Anwendung läuft und in Echtzeit Daten übermittelt. Ich kann mich also z.B. live informieren lassen, wer, warum, woher, wie lange usw. die Webseite besucht. Für den einen oder anderen Besucher klingt das jetzt bedrohlich, ist es auch, wenn man mal erkennt, was man alles so für Daten über das Internet mit versendet. Welchen Browser, welche Bildschirmauflösung, der Standort Deines Providers, welches Betriebssystem, von welcher Webseite Du kommst und ggf. wohin Du gehst, wenn Du diese Seite verlässt.
Was ich an Woopra so beeindruckend finde, ist die Möglichkeit, den Besucher zum Live-Chat einzuladen. Klingt wieder bedrohlich, ist es auch, weil man sich ja so ans anonym und allein surfen gewöhnt hat, erinnert mich aber sehr stark an meine damalige Mailbox „funboard“, wo ich, wenn ich persönlich an meinem Amiga saß, jeden direkt in den Chat „zwang“. Was damals aufregend war, ist heute Belästigung. Schade eigentlich. Ich hoffe, dass es für Woopra bald eine Erweiterung gibt, wo der geneigte Leser den Betreiber der Webseite zum Chat einladen kann. Andersrum wäre das wohl deutlich angenehmer.
Ich bin jetzt doch ein wenig abgeschweift. Was ich letztlich noch sagen wollte, ist, dass ich mich doch immer weniger um die Statistik schere. Mich interessieren eben die Inhalte. Auch die anderer Webseiten und vor allem der Blogger. Ich habe mittlerweile so an die 20 RSS-Feeds abonniert und finde es toll, wie man sich hin‑ und wieder zum Schreiben anregt, zum Gedankenaustausch, mal dort kommentiert oder neue Ideen für einen eigenen Artikel bekommt. Für mich wird es immer wichtiger, auch in solchen Artikeln danke zu sagen, wie es auch Ecki heute getan hat.
Ich werde es in Zukunft verstärkt mit einem Link tun, damit man sich, so man Lust hat, weiter durchklickern und man auf diese Weise auch „seine Runden drehen“ kann.
Zufallsauswahl ähnlicher Artikel
- Hartmut Du kannst diesen Artikel auch als PDF-Version herunterladen.
dieses Woopra ist nicht schlecht.. werde ich vielleicht auch mal installieren ….. macht die Blogs noch ein Stückchen kommunikativer!
Ich mag es langsam nicht mehr missen, weil es so schön im Hintergrund auf dem Desktop läuft.
Dadurch läuft es wesentlich flüssiger, sieht toll aus und man hat wirklich eine Menge an Informationen.
Ich habe es bei mir so eingestellt, dass es einen kleinen Ton abspielt, wenn jemand auf die Webseite kommt, so als würde sich jemand zum Chat anmelden. Im Prinzip kann man es sich z.B. so anpassen, dass es nur bei bestimmten Usern – bei Bekannten/Freunden einen Ton abspielt und den Gravatar anzeigt, so dass man dann eben in den Chat gehen können könnte.