Vormittags im Park
marcella 10. November 2008 um 13:11 Uhr
Heute morgen beschloss ich, in meinem Lieblingspark spazieren zu gehen.
Ich lief die Wege entlang und irgendwann setzte ich mich auf eine Bank, mit dem Blick auf meinen Lieblingsbaum. Mein jüngster Sohn taufte diesen Baum vor einiger Zeit auf den Namen „Blitzbaum“, weil dort einmal vor langer Zeit ein Blitz eingeschlagen war.
Ich beobachtete die Blätter wie sie im Wind tanzten, die Vögel die umherflogen und atmete dabei tief die frische Luft ein. In diesem Moment war ich glücklich und eins mit der Natur.
Die Menschen, die an mir vorbei rannten, sahen mich gar nicht, viel zu sehr waren sie mit sich selbst beschäftigt. Ihre Gesichter waren kalt und leer, kein Lächeln auf den Lippen, starr war der Blick auf den Boden gerichtet. Selbst der Mann, der seinen Hund schlug, weil ihm wohl das „Geschäft“ seines Hundes nicht schnell genug ging, hatte ein hasserfülltes Gesicht.
Ich fragte mich, ob es überhaupt noch Menschen gibt, die Gefühle zeigen und Freundlichkeit erwidern können. So kam ich auf die Idee, jeden der an mir vorbei lief, mit einem freundlichen „Guten Morgen“ zu begrüßen.
Die meisten schauten mich an, als ob ich nicht ganz richtig im Kopf sei und schüttelten nur ihre Köpfe. Andere waren irritiert von meinem Gruß und gingen an mir vorbei. Nur eine Frau grüßte mich zurück und fragte mich: „Kennen wir uns?“
„Nein,“ antwortete ich, „ich möchte einfach nur freundlich sein.“ Sie stand vor mir und schaute mich mit einem mitleidsvollem Blick an und sagte: „Kann ich ihnen vielleicht helfen, sind sie krank?“
„Nein,“ sagte ich, „sie verstehen mich anscheinend nicht, mir geht es gut und ich bin sehr glücklich, ich wollte ihnen nur Guten Morgen sagen.“
Das war wohl zu viel für diese Frau, sie schüttelte ihren Kopf und giftete mich an: „Haben sie nichts besseres zu tun, als andere Menschen zu veralbern?“
Fassungslos schaute ich ihr nach, wie sie davon eilte.
Ich wollte doch nichts anderes als freundlich sein.
Anscheinend geht jeder nur noch seinen eigenen Weg und niemanden interessiert mehr die Nächstenliebe. Traurig!
Ich werde jedenfalls nicht aufgeben, jetzt erst recht nicht!
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Hallo Marcella
Tatsächlich traurig wenn Dein Tag so begonnen hat. In welcher Stadt wohnst Du wohl wenn sich da nicht ein Mensch gefunden hat, der Dich freundlich zurück gegrüßt hat. Ich war heute morgen auch in meinem Ort unterwegs mir ist es besser ergangen. Ich fand zwar auch nicht überall strahlende Menschen, doch wurde mir von vielen ein Guter Morgen gewünscht. Allerding fand ich auch eine Frau die mein lächeln falsch deutete und meine ich lache über ihre Sorgen.
Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deinem nächsten Versuch Freundlichkeit zu verbreiten.
Danke Werner,
Hartmut hat mich gestern schon aufgerichtet und sagte zu mir: „Denke nicht darüber nach, sondern mache einfach weiter und wer weiß, vielleicht hat es einer der an dir vorbei lief, abends schon bereut gehabt, dich nicht zurück gegrüßt zu haben. Du hast diesen Menschen dann wenigstens zum nachdenken angeregt.“
Mit diesen Worten hatte Hartmut recht und ich werde weiter freundlich sein. Einer muß ja anfangen.
Es freut mich zu hören, dass du mehr Erfolg hattest. Mache weiter so.
Liebe Grüße
Marcella
[...] noch dazu, dass seine Bekannte Marcella auch hin und wieder schreibt und so eine etwas andere, weiblichere Perspektive in das Berliner Großstadtleben liefert. Also ihr beiden, weiter [...]