Wie weit geht Vertrauen?
marcella 15. August 2007 um 17:08 Uhr
Unser menschliche Verstand sagt, wenn man von einem Menschen bedroht oder misshandelt wurde, dass man sich von dieser Person in Zukunft fernhalten sollte.
Ich kann nicht nachvollziehen, warum ein Mensch der von einem angeblichen Freund gedemütigt und bedroht worden ist, plötzlich wieder Vertrauen zu ihm haben kann und freiwillig seine Nähe sucht. Ich könnte verzeihen aber Vertrauen? Nein. Das Vertrauen wäre weg und ich denke mir, wenn dieser Mensch schon über seinen eigenen Schatten gesprungen ist und dabei Gewalt angewendet hat, dann macht er es wieder, nur fällt es ihm dann mit jedem mal leichter.
Vielleicht bin ich verpeilt, wie mein Freund jetzt sagen würde, aber bei mir würde der reine Überlebensdrang siegen. Vertrauen zu haben ist sehr gut und auch wichtig, doch wie schnell wird es leider auch von unseren lieben Mitmenschen, unseren Liebsten und unseren Freunden ausgenutzt.
Jeder sollte für sich selbst entscheiden, in wie weit er in anderen Menschen sein Vertrauen setzen kann. Nur in diesem Fall meiner Erzählung, denke ich, dass der Betreffende noch nicht genug aus seiner Gewalterfahrung gelernt hat. Vielleicht muss erst mehr passieren, was ich für ihn nicht hoffe, damit er wach wird und erkennt, dass dieser gewalttätige Mensch nicht von ihm gezähmt werden kann und auch nicht durch sein Vertrauen was er dem kranken Menschen gegenüber bringt, sondern das jener dringend in ärztliche Behandlung gehört, bevor noch schlimmeres passiert.
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Liebe Marcella,
ich kann euren Groll, ganz speziell auch deinen, mir gegenüber verstehen. Was ich getan habe ist Unentschuldbar, obwohl ich meinen Grund dafür hatte.
Natürlich gibt es für diese Tat keine gerechtfertigte Entschuldigung, dennoch möchte ich mich bei dir dafür entschuldigen, dass du soetwas durchmachen musstest.
Ich bereue es wirklich zutiefst, was ich Hartmut an diesem Abend angetan habe. Schuld waren nicht die begleitenden Umstände, sondern mein schwacher, instabiler Geist, bezogen auf jenen Grund.
Hartmut habe ich wirklich sehr gern und ich könnte mich immernoch Ohrfeigen dafür. Gründe kann ich dir leider nicht nennen, da ich dich nicht kenne und dadurch kein Vertrauen zu dir habe.
Als Hartmut mir eine zweite Chance gab, hat es mir nochmehr weh getan. Am meisten tut mir allerdings leid, das er sich dafür rechtfertigen muss, mir noch eine zweite gegeben zu haben. Ich möchte nicht, das er seine langen Freundschaften wegen mir aufs Spiel setzt. Dafür kennen wir uns zu wenig.
Kein Bruch soll durch mich entstehen.
Villeicht könntest du mich verstehen, wenn du mich besser kennen würdest, aber ich denke, dass das nicht so schnell geschehen wird.
Das bedaure ich nicht, würde mir aber helfen, da ihr beide ein Herz und eine Seele seid.
Und ich habe mich wie ein Dolch dazwischen gestochen. Indem ich ihn verletzte, verletzte ich dich und seine wahren Freunde die vor mir da waren.
Ich kann mich nur entschuldigen und hoffen, dass wir irgendwann einen Konsens finden.
Tilo