Hartmut 15. Juli 2009 um 15:07 Uhr
Die letzten Tage hatte ich ja auch so meine Zweifel. So ein Grummeln im Bauch, fast ein unbestimmbares Gefühl. Irgendwie so eines, das Vertrauen in mich, meine Sache oder in das, was ich tue zu verlieren. Klare Auslöser waren das Ende dieser Internetliebe vor 10 Tagen und die 3 ½ halb Tage, die mein Kater verschwunden war. Nun, die Liebe ist passé und mein Kater ist wieder da. Trotzdem bei mir waren es zwei heftige Ängste, die mit Verlust zu tun haben.
Und ich bin schon eine treue Seele, vielleicht einer, den man Gewohnheitstier nennt. Aber ich brauche meinen Halt und etwas im Leben, worauf ich mich stützen kann. Nenn es soziale Beziehung auch wenn das wohl für ein Haustier etwas übertrieben klingen mag.
Jedenfalls leide ich sehr unter Verlustängsten. Das habe ich für mich ganz klar fest gemacht. Wer mein Herz erobert, der ist da auch drin. Und wenn es noch so vernarbt ist und so viele Enttäuschungen hinter sich hat. Ich glaube einfach an das Gute in Mensch und meinem kleinen Kater Ali.
Ich bin dadurch auch ein Mensch, der länger durchhält. Immer nochmal eine Chance vergibt als dicht zu machen. Das klingt oft nach Inkonsequenz, ist es aber nicht für mich. Denn, wenn ich von Herzen spüre, dass eine Entscheidung zu treffen ist, dann schiebe ich sie nicht lange vor mich her.
Das gilt im Übrigen für alle Beziehungen, die bei mir von Herzen kommen. Und das Wort Beziehung betrachte ich hierbei auch für Hobby, Job und auch z.B. das Thema Bloggen.
Über das Bloggen wollte ich im Prinzip auch nichts mehr sagen, weil meine Serie für mich erledigt ist. Die emotionale Ebene des Bloggens habe ich dabei vielleicht noch nicht zu sehr ausgeschrieben. Um mal den Kreis Blog und Verlustangst zu schließen: Mit dem Ende der Mooshexe fing es an, dann machte Audiovisuell dicht und jetzt scheint der Herr Geheimrat mit seinem Goethe der Woche und seinem Diät-Blog sehr spontan beschlossen zu haben, das Bloggen aufzugeben. Für mich sind es die Menschen, die dahinter stehen, mit denen ich mich angefreundet habe und die einen Platz in meinem Herzen erobert haben. Ist schon komisch, wie mich das doch mitnimmt, wobei ich wenigstens mit Moosi aka Birgit noch privat Kontakt habe.
Ich werde den Dreien, die sicherlich für eine ganze Anzahl von Menschen stehen, die des Bloggens müde geworden sind oder keine Lust mehr haben oder bei denen sich die Prioritäten im Leben verändert haben, sicherlich nicht vorhalten, dass sie nicht durchhalten können oder wollen. Ich bleibe bei mir und ich muss sagen, dass ich besonders die letzten Tage auch für mich überlegt habe, die Brocken hinzuwerfen, mich auf etwas anderes zu konzentrieren oder etwas vollkommen neues anzufangen. Und meine klare Ansage ist: Nein, ich werfe nichts hin und ich mache weiter.
Auch, wenn mal die Zeit für mein Hobby Bloggen nicht da ist, wenn mich mein schlechtes Gewissen plagt, weil ich keine Kommentare hier im Blog oder bei den anderen Autoren, die viele tolle Texte schreiben zeitnah beantworte, werde ich weitermachen. Es ist manchmal halt so, dass ich Phasen habe, wo ich kaum woanders lese, weil ich mit mir, meiner Psyche oder meinem Privatleben zu tun habe. Weil ich zu faul, zu müde oder einfach nicht aufnahmefähig bin. Der Martin hat das vor kurzem auch für sich in Frage gestellt und ich hätte mich gerne an der Diskussion bei ihm beteiligt. Jetzt bekommt er einen lieben Link zu seinem Blog und meine klare Ansage, dass ich auch viel zu viel Feeds in meinem Reader habe und mir vorgenommen habe, wenigstens einmal die Woche auf die Artikel zu kommentieren, die mir auf der Seele liegen. Und dabei ist es mir egal, ob ich ein paar Tage zu spät komme.
Warum ich das hier schreibe? Vielleicht um in meinen wirren Geist der letzten Tage etwas zu klären. Dass meine Verlustangst und all meine Unsicherheiten, die sich hieraus entwickeln, Teil meines Lebens sind, das Durchhalten für mich dazugehört und ich um Freundschaft, Liebe und alles, was von Herzen kommt und was ich von Herzen mache und unterstütze wie ein Löwe um den Erhalt kämpfe und mich auch mal durchbeiße, grade, wenn es mal nicht so läuft. Und besonders an schlechten Tagen verlasse ich mich auf Menschen, die es gut mit mir meinen. Auch auf die, die sich die Zeit nehmen und hier im Blog kommentieren. Weil es unglaublich hilft. Meine klare Ansage ist die, dass mir das Bloggen, das Kommentieren und das Kommentare bekommen, wirklich hilft in meinem Leben und ich verspreche, sobald ich in meinem Feed-Reader einen Hilfeschrei lese, bin ich auch bereit, die passenden liebevollen und unterstützenden Worte zu finden.
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Tags: Hartmuts Gedanken