Gleichberechtigung ist keine Busenfrage
Geheimrat 1. August 2009 um 10:08 Uhr
Ist’s möglich, ist das Weib so schön?
Muß’ ich an diesem hingestreckten Leibe
Den Inbegriff von allen Himmeln sehn?
(Faust – Der Tragödie erster Teil. Zeile 2437 ff)
Kann ein Mann eine Frau beurteilen, ohne ihr den Busen mit Blicken entkleidet und ihren Allerwertesten stieräuglich begutachtet zu haben? Ergötzt Mann sich tatsächlich nur an Frauen, die einen schönen Körper präsentieren? Ihn gar darbieten, zur vermeintlich freundlichen Bedienung? Denken Männer tatsächlich nur mit den Augen oder erkennen sie auch Dinge, die nicht ausgepackt vor ihnen liegen? Sind Männer nur auf mehr oder weniger ausgeprägte Rundungen fixiert oder beeindrucken sie auch Windungen? Nämlich die des weiblichen Gehirns – und deren Produktivität? Scheitert die Gleichberechtigung tatsächlich primär an der männlichen Betrachtungsweise des anderen Geschlechts? Weil Männer sich Frauen zwar im Gynäkologiestuhl, aber nicht in einem Chefsessel vorstellen können? Und sind dies tatsächlich die Fragen, die es zu klären gilt, wenn es um Gleichberechtigung geht?
Dieser Artikel soll eine Ergänzung sein zu einem sehr schönen Beitrag – den eine Frau geschrieben hat! Doch was weiß eine Frau schon über … Männer? Vermeintlich viel. Doch entpuppt sich dieses Wissen vielleicht als ebenso oberflächlich wie die männliche Betrachtungsweise einer Spezies, die ihn in seinem Innersten in Angst und Schrecken versetzt?
Richtig ist, dass eine schöne Frau einen Mann um den Finger wickeln kann. Wenn sie es will. Doch muss sie es wollen, um Karriere zu machen? Wie hoch kann frau sich schlafen? Haben nicht auch schöne Männer bessere Chancen im Berufsleben?
Haben sie! Denn optisch betörende Wesen, Personen, die schlicht richtig proportioniert sind (auch im Gesicht übrigens), haben es generell leichter als ihre Mitbewerber, deren Gene eine harmonischere Erscheinung verhindert haben. Das Aussehen entscheidet also tatsächlich auch, wer erfolgreich ist. Auf beiden Seiten allerdings …
Würde eine Frau grundsätzlich anders entscheiden als ein Mann in gleicher Position? Eine (noch) eher rhetorische Frage – es gibt zu wenige Frauen in Führungspositionen. Ein Fakt – ohne Wenn und Aber. Doch hätten wir wirklich weniger Kriege auf der Welt, wenn wir mehr weibliche Staatsoberhäupter hätten?
Wie sehr haben die Frauen in Deutschland dafür gekämpft, endlich Soldatinnen werden zu dürfen!
Wäre die Betriebsführung einer Chefin humaner?
Gibt Madeleine Schickedanz mehr privates Vermögen, um die Insolvenz ihres Unternehmens zu verhindern als ein männlicher Unternehmer?
Natürlich gibt es immer mehr schlechte männliche Beispiele – weil es schlicht mehr männliche Protagonisten gibt, die auf dieser Bühne spielen! Es ist sehr wünschenswert, endlich viel mehr Frauen an die Spitze zu setzen. Damit sie auch die gleichen Fehler machen können …
Ruht also die Antwort auf die Frage nach Gleichberechtigung wirklich unter den primären und sekundären Geschlechtsmerkmalen, wie von vielen Frauen vermutet?
…
Muss die Gleichberechtigung nicht vielmehr nur in den Köpfen entschieden werden? In den Köpfen von Männern und Damen, um mit der Gleichbehandlung auch sprachlich direkt zu beginnen. Die HERRlichkeit muss akzeptieren, dass Frauen in dieser Gesellschaft nicht mehr nur noch auf Kind, Küche und Kirche beschränkt sind; sofern sie dies noch nicht realisiert haben sollten. Dass es homosexuelle Paare gibt, die Kinder adoptieren. Und dass einige Geschlechtsgenossen sich die Brust rasieren und Gesichtscreme verwenden. Dass die Welt sich schlicht verändert hat und die Axt im Walde auch von der Zimmerfrau geführt werden kann. Dass der Blick unter den Rock der Sekretärin nur die eigene Schwäche verdeutlicht. Die Weiblichkeit sollte einsehen, dass Veränderung Zeit braucht und Jahrtausende alte Muster nicht mit einem gesetzlichen Federstrich zu eliminieren sind. Dass es nicht erstrebenswert ist, den Männern alles gleichtun zu wollen! Dass ein Hüftschwung keine Schwäche sein muss, sondern jeder schlicht mit den Waffen kämpft, die er zur Verfügung hat …
