Visionen und Ängste Ⅺ

21. Mai 2007

Die letzten Jahre verbrachte ich in einem geschlossenen Ökosystem. Ich hatte mich eingerichtet. Meine Katze und ich bei mir zu Hause, wenige aber meist gut gepflegte und vor allem manchmal sehr zeitintensive Freundschaften, meine Mutter und der Garten und hin und wieder einige Trinkeinlagen und Depressionen, die aber nicht weiter ins Gewicht fielen, weil ich ja bereits vor 5 Jahren meinen Job wegen meiner Depressionen verloren hatte und es daher egal war, ob ich Tage oder Wochen meine Wohnung nicht verließ, bestimmten meinen funktionierenden Kreislauf.

Erst eine neue Arbeitsstelle veränderte mein Leben. Ich war schnell überfordert und verlor nach zwei Monaten den Halt unter den Füßen. Die Depressionen sorgten dafür, dass ich den Job verlor, ehe ich mich richtig eingerichtet hatte.
Aber ich hatte mich (heimlich) verliebt. Vor Allem in meine jetzige Freundin aber auch in ein paar andere Menschen und sogar in die Arbeit, ich spürte wieder soziale Bindungen, die meinem Leben Impulse gaben.
Ich kämpfte um die Rückkehr auf meinen Arbeitsplatz und schaffte es, ich biss mich durch und ich wurde belohnt. Ich eroberte das Herz meiner Freundin und gewann einen Freund fürs Leben.
Ein Kampf begann, alles in mir rebellierte, wollte den ursprünglichen Zustand zurück. Und doch war und ist das Streben nach Glück, Harmonie und Zufriedenheit in mir so stark, dass ich es nicht mehr zulasse und zulassen will, dass ich es mir wieder zerstöre.
Ich habe das erste Mal seit Jahren das Gefühl, dass ich lebe, dass ich mich wieder spüre und meine Ängste vor mir, meinem Leben und meiner Umwelt verliere. Es wird zu meinem höchsten Gut, diesen Zustand zu erhalten und zu intensivieren und dafür setze ich mich jeden Tag aufs Neue ein. Knallhart, kompromisslos, aber immer mit dem notwendigen Respekt vor mir und dem Anderen. Ich rede und ich höre zu. Ich gebe und nehme an. Ich liebe und werde geliebt. Das ist meine Vision für meine Zukunft.

Dies ist Teil 11 von 11 aus der Serie Visionen & Ängste

Visionen und Ängste Ⅹ

14. Mai 2007

Unser Zusammensein war schwierig.
Sie war Alkoholikerin und ich wurde der, der ihr den Stoff beschaffte. Ich wollte alles gut machen. Ich schmiss den Haushalt, ich kümmerte mich um das tägliche Leben. Ich ging nebenbei arbeiten. Vollzeit. Ich wuchs und gedeihte, weil ich eine Aufgabe hatte. Trotzdem litt ich. Es ging nicht lange gut und ich wurde wieder depressiv.
Meine Freundin war es, die diese Umstände schnell erkannte und mich erneut in eine offene Einrichtung einlieferte. Sie war es dann, die sich selbst einige Wochen später genau in der gleichen Einrichtung wiederfand. Abgemagert, Haut und Knochen, 32 kg wog sie, ich hatte es nicht bemerkt.
Meine Zeit in der Klinik war wackelig. Ich wollte raus, gesund werden, ich war innerhalb von 5 Jahren dreimal über ein halbes Jahr weg von meinem Arbeitgeber, ich hatte ein schlechtes Gewissen, dazu kam meine Freundin, um die ich mich sorgte, ich hatte auf einmal Ängste, die ich nicht kannte. Verlustängste. Ich wollte soviel. Ich will es immer noch!
Fast gleichzeitig überstanden wir unsere Zeit in der Klinik. Wir zogen wieder zusammen und es ging eine Weile sehr gut. Wir gingen zusammen zu den anonymen Alkoholikern. Sie stand sich ihrer Bulimie ein und sie nahm ihre notwendigen Medikamente. Irgendwie irgendwann erfuhr ich, was ihre Psychosen ausgelöst hatte. Sie wurde vergewaltigt. Missbraucht von dem Ehemann ihrer Schwester, ihrem Schwager.
Weihnachten war es, als ich auf die gesamte Familie traf. Einträchtig saßen alle zusammen. Ich war kurz vorm durchdrehen, aber meine Freundin UND deren Eltern, die davon wussten, beruhigten mich. Ich hatte einen totalen Hass, ich konnte kaum mehr an mich halten. Ich saß dem Typen gegenüber, der meine Frau ungefragt und gegen ihren Willen sexuell missbraucht hatte und die gesamte Sippschaft wusste davon und sie wussten auch, dass es meiner Freundin deshalb nicht gut ging. Ich war entsetzt, war fertig, aber überstand den Abend.

Der Zustand meiner Freundin verschlechterte sich damals rapide. Ich konnte kaum noch so schnell kochen wie sie aß, um es anschließend wieder auszubrechen. Wir tranken, ich kaufte Rotwein und Sekt, weil ich ihr nahe sein wollte. Aber sie zog sich in ihre Scheinwelten, ihre Träume zurück. Mehr und mehr. Ich saß manchmal stundenlang neben ihr, streichelte sie und war doch einsam. Ich hielt es nicht mehr aus, aber blieb noch bei ihr.

Sie hatte auch Psychosen, Angstzustände. Ich wollte sie ihr nehmen. Wann immer sie „klar“ war, versuchte ich mit ihr zu reden. Ihre paranoiden Wahnvorstellungen wuchsen und ich wurde ihr Feind. Wann immer sie alleine war, hetzte sie gegen mich, ich war ein Dieb, Verbrecher, Trinker, Schläger, Brutaler und was weiß ich. Die Nachbarn kannten mich, aber mit der Zeit wurde es für mich einfach unerträglich.
Meine Einsamkeit neben ihr und meine Frustration wegen ihrer Vorwürfe trieben mich letztlich dazu, das finale Gespräch zu suchen. Kurz und schmerzlos trennten wir uns.
und seither – 5 Jahre – habe ich keinen Kontakt mit ihr. Dieser ungewisse Schmerz nagt an meiner Seele…

Dies ist Teil 10 von 11 aus der Serie Visionen & Ängste

Visionen und Ängste Ⅸ

14. Mai 2007

Nach meiner Drogentherapie war ich verwandelt. Ich kannte mich und die Umstände meiner Selbszerstörung. Ich wurde wieder rausgeworfen in die freie Welt. Klar bekam ich Unterstützung. Betreutes Wohnen, Selbsthilfegruppen, weiterhenden Gespräche. Aber nichts ist gefeit gegen eine geschlossene Einrichtung. Ich war beschützt, ich hatte meine Aufmerksamkeit.

Nun war es anders. Mein Leben war anders. Ich hatte alles verstanden. Ich lebte mit meinen Schmerzen der Kindheit, wollte alles anders machen, meine Gefühle ausprobieren, mich in der Gesellschaft finden.
Ich merkte sehr schnell, dass meine Drogensucht eigentlich nur meine eigentliche Depression überlagert hatte. Ich wurde ärztlich betreut und mir wurde schnell diagnostiziert, dass ich – besonders bedingt durch meine Drogen – eine Transportschwierigkeit hatte und bis heute habe. Serotonin. Einfaches Wort, große Wirkung!

Ich wurde schnell wieder eingeliefert. Psychosen, Neurosen, Narzisssmus, Größenwahn, Angstzustände, Borderline, was weiß ich. Ich war halt einfach psychotisch.
Im Krankenhaus lernte ich meine damalige Freundin kennen. Sie war manisch depressiv und hatte Essstörungen. Sie war magersüchtig.
Wir kamen schnell zueinander. Wir verliebten uns und wir taten uns gut. Sie schaffte ihr „Zielgewicht“ von 50 kg und ich wollte nur noch raus, um mit ihr zusammen zu sein.
Nach ihrer „Entlassung“ zogen wir zusammen…

Dies ist Teil 9 von 11 aus der Serie Visionen & Ängste

Visionen und Ängste Ⅷ

14. Mai 2007

Meine Mutter!
Das blieb mir also als Kind. Sie war diejenige, dir mir ein sorgenfreies Leben ermöglichte, die sich sorgte und mir eine unbeschwerte Kindheit ermöglichte. Ich habe eine wundervolle Beziehung zu meiner Mutter, ich genieße jeden Tag, den ich mit ihr verbringen kann.

Das war auch anders. Während meiner Drogentherapie wurde mir mein Hass, meine Wut bewusst. Meine Kindheit. Kinder sind pervers. Erwachsene verstehen ihre Gedanken – so einfach wie sie sind – nicht.

Die Trennung von meinem Vater machte meine Mutter urplötzlich zu einer Alleinerziehenden. Sie musste zusehen, dass sie mich durchbrachte und für einen angemessenen Lebensunterhalt sorgte. Aber meine Kinderseele rebellierte.
Ich fühlte mich abgeschoben, ungeliebt, verlassen.

Ich musste in den Hort, Kindergarten, in die Schule, ich konnte und durfte nicht mit meiner Mutter zusammen sein.
Ich wurde ein Arsch! Ich versuchte die Aufmerksamkeit meiner Mutter durch diverse Aktionen zu erhaschen. Ich schlug andere Mitschüler, ich wurde genial, ich wurde dumm, Klassenlehrer riefen Sturm, ich raubte, ich stahl, ich lief weg!

Mutti, es tut mir leid! Was war ich für ein böses Kind und ich verstehe Dich, wenn du meinetwegen diverse Sorgenfalten hast.
Aber nochmals: „Kinderseelen“ sind anders, sind unfair!
Letztlich entwickeln sie eine Lebensstrategie, die ihnen festgefahrenen Mechanismen völlig normal erscheinen lassen. Mein Drang nach Aufmerksamkeit, meine Wut, meine Enttäuschung sind kindheitlicher Natur, sie sind festgefahren und Teil meines Selbst. Ich versuche, sie zu verstehen und grenze mich ab, aber sie sind eben manchmal so eingefahren so festgewachsen, dass sie sich wehren, wenn man sich ihnen nähert und sich mit ihnen beschäftigt…

Dies ist Teil 8 von 11 aus der Serie Visionen & Ängste

Visionen und Ängste Ⅶ

14. Mai 2007

Meine Therapie war ein perverser Selbstfindungsprozess. Anfangs scheute ich mich, ich wollte es nicht, ich verschliss diverse Therapeuten. Männer! Es kristallisierte sich heraus, dass ich ein Obrigkeitsverweigerer war. Ich hasste Männer, die auf mich eine Art Macht ausübten. Die etwas zu sagen hatten, mir Respekt abverlangten. Ich konnte das nicht ertragen. Erst im Laufe meiner Therapie verstand ich die Irrwege meines Geistes, erst durch eine Psychotherapie wurden mir die Geißeln meines Verstanden bewusst.

Ich wurde in meine Kindheit versetzt.
Klar, jetzt lachen viele, aber ich bin froh, dass ich mich darauf eingelassen habe. Ich verstehe jetzt, dass es für eine persönliche Entwicklung nichts prägenderes gibt als die frühen Kindheitsjahre. Vater und Mutter sind die, die einen kleinen Menschen prägen. Eine ungeheure Verantwortung und der pure Wahnsinn, wenn man es selbst durchlebt!

Mein Vater hat sich scheiden lassen als ich 4 Jahre alt war. Ich verstand die Umstände nicht und auch, wenn mir meine Mutter das heute erklärt, ist es für mich nicht nachvollziehbar. Sie redet gut über meinen Erzeuger. Sie empfindet heute, fast 40 Jahre nach der Trennung noch immer Liebe für ihn.

Aber eine Kinderseele ist anders. Sie ist für uns Erwachsene manchmal unfair. ICH wurde verlassen. ICH bin schuld, weil ich da bin. Das waren meine Gedanken und ich habe meinen Vater vertrieben und meine Mutter verärgert.
Ich war auch wütend:
Warum hast du uns verlassen, was ist meine Schuld? Bin ich Schuld, weil ich da bin?
Waren ich und meine Mama nicht gut genug für dich?
Ich wollte es hinaus schreien, war mir aber meiner Mechanismen nicht bewusst.
Ich hasste alle Kerle, die sich mir als „Vaterfigur“ präsentierten. Ich wollte mich nicht auf einen Konsens mit ihnen einlassen.
Ich war 20 Jahre im öffentlichen Dienst beschäftigt und kam mit meinen meist männlichen Vorgesetzten nicht klar, weil sie mich in meinem Innersten an meinen Vater erinnerten…

Dies ist Teil 7 von 11 aus der Serie Visionen & Ängste

Visionen und Ängste Ⅵ

14. Mai 2007

In dieser Zeit des Rausches hatte ich eine feste Beziehung. Ich genoss sie nicht, ich würdigte sie nicht. Mir war sie egal.
Sie – ich meine jetzt die Frau an sich – war wunderschön. Sie war eine Traumfrau. Sharon Stone in Total Recall kommt ihr sehr nahe. Aber mir war es egal. Sie selbst war süchtig und wurde zu meiner Co-Abhängigen. Sie beschaffte meinen Drogen, wie auch ich es tat. Für mich war es eine Zweckgemeinschaft. Selbst als sie schwanger wurde, ein Kind gebar, war mir das zu persönlich. Ich nahm nicht wahr und wollte nicht wissen, von wem das Kind stammte.
Meine Schulden wuchsen mir über den Kopf. Kokain ist teuer und ich geriet in Bedrängnis. Sie war es, die mich immer wieder rettete, sie beschaffte Geld, sie tat alles, um meine Aufmerksamkeit auf sich und ihr Baby zu lenken.
Sie war es auch, die letztlich dafür sorgte, dass ich mich in meine Drogentherapie begab. An dem Tag, als ich mich selbst zur Entgiftung ins Krankenhaus einlieferte, wollte sie es ihrem Vater beichten. Sie wollte ihm sagen, dass sie glücklich ist und mit mir zusammen bleibt. Sie fuhr mit dem Kind an einen Baum. Beide verstarben. Ich erfuhr das Ganze von ihrem Bruder erst nach meiner Therapie, was im nachhinein sehr gut war. Kurz danach setzte er sich den goldenen Schuß. Er war heroinabhängig.
Meine anschließenden Depressionen rühren wohl auch aus dieser Beziehung. Wie immer: Was wäre, was hätte, was könnte. Ich fühlte mich in diesen Gedanken wohl, ich kannte sie, aber sie brachten nichts.

Dies ist Teil 6 von 11 aus der Serie Visionen & Ängste

Visionen und Ängste Ⅴ

14. Mai 2007

Meine Freundin bat mich, mein Leben zu reflektieren und meinen Erlebnisschatz preis zugeben und zu veröffentlichen. Ich werde das tun, weil ich es gerne mache und es möglicherweise schaffe, meine innere Traurigkeit loszuwerden.
Es ist eine Weile her, da war ich ein Mensch, der voller Zorn und Wut durch das Leben ging. Der entscheidende Moment meines Lebens war, als ich sehr bewusst meine damalige Ehe zerstörte. Es war das Jahr 1994, als sich „endlich“ meine Frau von mir trennte. Ich lebte mich bis dahin lediglich in meinen Gedanken aus, ich war nach außen der perfekte Ehemann. Nur meine Frau spürte immer mehr meine emotionale Zerrissenheit. Keine Liebe, kein Sex, ich war ein Wrack. Es trieb mich in Depressionen, weil ich nicht wusste, was mit mir los war. Ich trank, ich stritt und wurde kalt. Es tut mir sehr leid, Nadja, was ich Dir in dieser Zeit antat. Eine simple Entschuldigung reicht bei Weitem nicht aus und ich hoffe und ich weiß, dass Du mir verzeihst. Ich habe nach vielen Jahren lockeren Kontakt mit ihr und wir reden wieder miteinander. Wir sind Freunde und darüber bin ich sehr froh. 6 gute Ehejahre, eine wichtige Entscheidung fürs Leben sollte man auch nicht unter den Teppich kehren.

Nach der Trennung von Nadja fing es an, in mir zu brodeln. Ich wurde extrem depressiv, introvertiert, ich verließ meine Wohnung nicht mehr, entwickelte mich zu einem Tier, vegetierte dahin. Ich grübelte über meine Umstände, die mich dorthin führten. Ich dachte an meine früheren Beziehungen, an Carola, die ich Hals über Kopf verließ, um mich mit Nadja „einzulassen“. Ein Fehler? Wer kann das im nachhinein beantworten? Selbstzerstörerisch, solche Gedanken, sie bringen nichts, aber ich erkannte es nicht.

In meinem Tal lernte ich neue Freunde kennen. Ich lernte Kokain kennen. Ich wurde süchtig. Es half mir, meine Depressionen vergessen zu lassen. Es wurde mein neuer Freund. Ich wurde ein anderer Mensch, war auf einmal extrovertiert, war auf der Piste und vergaß all meine Probleme.

Dies ist Teil 5 von 11 aus der Serie Visionen & Ängste

Visionen und Ängste Ⅳ

14. Mai 2007

Vertrauen heißt für mich, alles und jedem zu erzählen, wie es mit mir ist, meine Gefühle und Gedanken. Diesem Blog und vor allem meiner Freundin versuche ich mich zu offenbaren. Diese Texte, die ich schreibe, sind aus meinem Drogen-Tagebuch. Sie stammen aus dem Jahr 1998. Sie sind derzeit für mich so aktuell wie nie zuvor. Das liegt daran, weil ich noch nie solch eine Liebe für einen Menschen empfunden habe wie zu meiner Freundin. Plötzlich habe ich wieder einen Kampf in mir. Das Gute, das diese Liebe ausleben möchte und das Böse, das mir schadet, es nicht zulassen möchte, es mir nicht gönnt. Das „es“ bin ich selbst und ich bin weiterhin auf der Suche nach mir selbst.

Ich kenne die Welt und ich kenne mich. Unsensibel und brutal wird alles zerschlagen, was zerbrechlich ist.
Beweisen muss ich mir, dass ich das, was ich mir anvertraue, auch für mich behalten kann. Dass das, was mir gehört, bei mir bleibt.
Mein Wesen, mein ICH, mein Charakter gehört mir und gebe ich nur her, wenn totales Vertrauen vorliegt.
Das Böse in mir bin ich selbst. Meinen Schutz und meine Kraft schöpfe ich aus dieser Quelle. Die Verteidigung meines Innersten macht mich stark.
Stärke und Kraft sind die Macht. die Macht des Selbstbewusstseins schöpfe ich aus meinem Innersten.
Mir zu vertrauen und mein Innerstes zu verteidigen, das ist mein Ziel!
Hoffnung schöpfe ich aus dem bisher Erreichten, Kraft aus meinen Fähigkeiten und Mut aus meiner Stärke!
Mein Herz hilft mir, mich zu lieben, gibt mir Sehnsucht und Leidenschaft, Träume und Ziele.

Ich halte inne, aber raste nicht. Ich bewege mich, gehe nach vorn. Zurückschauen tue ich, um zu sehen, welcher Weg hinter mir liegt. Nach vorne schaue ich, um zu sehen, was vor mir liegt und zur Seite schaue ich, um zu sehen, wie ich mich bewege.

Ich höre auf mein Innerstes, schenke ihm Achtung und Respekt, werte nicht und verletze es nicht und irgendwann gibt es nach und nach seinen behüteten Schatz an mich weiter.

Und wie kannst Du mir helfen?
Nur durch Vertrauen, Respekt und Achtung. Nimm Rücksicht auf meine Gefühle, verletze mich nicht.
Nur, wenn wir alle einander vertrauen, werden wir uns unserem Innersten bewusster, kommen unserer Seele näher, spüren das Leben. Leben intensiver und können lieben. Lieben, auf eine Art, nach der sich unser Herz immer sehnte.
Unglaubliche Gefühle, wahnsinnige Emotionen. Und das ist auch gut so!

Dies ist Teil 4 von 11 aus der Serie Visionen & Ängste

Visionen und Ängste Ⅲ

14. Mai 2007

Ja, ich helfe Anderen, gebe Anderen die Kraft und die Schlüssel für Vertrauen und Respekt. Aber ich bleibe auf der Strecke. Meist einsam und verlassen. Die Anderen gehen ihren Weg ohne mich. Wer will schon einen Verlierer zum Freund!
Einen, den man nicht kennt, der nichts von sich offenbart, ohne Persönlichkeit und ohne Gesicht.
Das habe ich nicht verdient. Es verletzt mich und tut so weh. Wo bin ich, wer bin ich, warum kann ich nicht so sein, wie ich will?
Zeit und Geduld soll ich haben, wo ich jetzt und sofort alles erreichen möchte. Vertrauen soll ich mir, wo ich nach wie vor mich selbst verletze…
Nein, so jemandem kann ich nicht vertrauen. Ich muss mir beweisen, dass ich es mir wert bin, mir mein Innerstes, mein zerbrechlichstes Gut zu zeigen.

Dies ist Teil 3 von 11 aus der Serie Visionen & Ängste

Visionen und Ängste Ⅱ

14. Mai 2007

Der Chat mit ihr und die daraus resultierenden Gedanken führten mich an die Grenze des Unbewussten. Die Truhe, die verschlossen blieb. Mir wurde auf einmal bewusst, dass ich diese Truhe, mein ICH nicht mit Gewalt auf bekomme.

Vertrauen, Liebe und Neugier sind die Schlüssel. Ich spürte, welcher Schmerz in mir steckt, welche Sehnsucht, welche Verletzung!

Ich hatte Angst, Angst, mich zu verlieren, obwohl ich nur gewinnen konnte.

Ich wollte Selbstachtung, Achtung vor meinen Werten und doch enthielt ich mir diese vor!
Ich lechzte nach Respekt, Anerkennung und Macht und zerriss mich selbst. Ich spürte den Mechanismus meiner Selbstzerstörung. Je näher ich an meine Truhe herantrat, je mehr Kraft ich investierte, desto stärker wurde sie. Je mehr verhöhnte sie mich, je lauter verspottete ich mich selbst und brachte mich um meine Persönlichkeit.

Mein ganzes Wesen war auf Selbstverletzung, Missachtung, Bestrafung, Verspottung, Zerstörung ausgerichtet.

Liebe und Vertrauen habe ich theoretisch verstanden, ich spüre die Sehnsucht des Herzens und doch blockiere ich mir noch immer den Weg.
Aber meine Ängste und Unsicherheiten schwinden, die Mauern fallen, die Blockade bricht.
Je deutlicher, je bewusster wird mir mein verschlossenes ICH.
Ich bin so neugierig, ja fast schon geil, mich kennen zu lernen und doch halte ich mich zurück. Ich verschrecke mich, will mein Vertrauen gewinnen und höre mich selbst, wie ich mich auslache. Ich liebe mich und trotzdem verletze ich mich. Ich halte mich für ehrlich und bescheiße mich selbst andauernd. Ich halte mich für vertrauensselig und gebe nichts von mir preis.

Dies ist Teil 2 von 11 aus der Serie Visionen & Ängste

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