Archiv für das Tag 'Familie'

Trennungsschmerz

Lady T 21. November 2009

„Ich bin gerade nicht fähig eine Beziehung zu führen.“ Das waren die harten Worte, die der Vater meines ungeborenen Kindes mir gestern per MSN zukommen ließ.

Was bedeutet das nun? Wohl oder übel: schwangere Frau sitzen gelassen von einem Mann, dem sie wirklich alles verzieh… von Seitensprüngen bis hin zu einem Kind, das er mit einer anderen während der Beziehung zeugte.

Das sind zwar extrem harte Fakten, jedoch hat mich dieser Mann auch zeitweise zum glücklichsten Menschen der Welt gemacht, im gleichen Zuge jedoch auch wieder zum unglücklichsten. Wir dachten immer, dass wir das schaffen werden, das die Liebe so groß ist, dass man über alles hinwegsehen und einen Neustart beginnen kann. Dies taten wir auch, es lief auch wieder gut, jedoch konnte ich das nie mit dem Kind verdrängen, denn es war nun da und ich wusste, das der Tag irgendwann kommen wird, an dem er sich darum kümmern möchte.

Und dieser Tag kam letzte Woche. Da ich wusste, dass das irgendwann passieren würde, hatte ich mich innerlich schon irgendwie darauf eingestellt, denn als er mir erzählte, dass er sich nun um das Kind kümmern möchte, war es keine große Überraschung für mich. Ich wusste, dass mich das auf Dauer niemals glücklich machen könnte mit ihm zusammen zu bleiben und das Kind zu ertragen, es ist doch der lebende Beweis seines Betruges.
Ich hätte das Kind doch niemals akzeptieren können oder? Ich weiß nicht, wieso ich so sehr an diesem Mann hänge, das ich selbst das mitgemacht hätte. Aber als Dank für meine Toleranz und meine Unterstützung in jeder Lebenslage lässt er mich sitzen.

Es tut weh, es schmerzt zu wissen, dass man wirklich alles getan hat, um diesen Mann glücklich zu machen und es doch nicht gereicht hat. Auf jegliches verzichtet, nur um immer bei ihm und meinen Kindern zu sein, Freundschaften vernachlässigt, nur noch zu Hause geblieben, denn ich war mit meiner kleinen Familie zu Hause rundum zufrieden und glücklich. Und nun ist das vorbei.
Ein Neubeginn muss her, aber ich weiß nicht, ob ich dazu bereit bin. Schaff ich das überhaupt? 3 Kinder ganz allein? Was ist mit der Sehnsucht nach ihm… vergeht das? Schmerz verbunden mit Ängsten vor der Zukunft… Mein Verstand sagt mir das ich besser ohne ihn dran bin, aber jede Faser meines Körpers und mein Herz will ihn. Werd ich überhaupt jemals wieder glücklich?

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Die ersehnte Schwangerschaft

Lady T 20. November 2009

Irgendwann sagte mir mein Gefühl: Mit diesem Mann willst du ein weiteres Kind haben. Wir waren zwar erst ein Jahr zusammen, aber es fühlte sich einfach richtig an.

Es wäre für mich Kind Nummer drei gewesen und eigentlich wollte ich nach 2 Kindern definitiv das mit dem Kinderkriegen lassen, jedoch machte mich dieser Mann so unendlich glücklich und ein Baby wäre das, was zu unserem Glück noch gefehlt hätte.
Also fingen wir an, ohne Verhütung miteinander zu schlafen… jedoch wurde ich Monat für Monat enttäuscht. Es war schon so weit, dass ich dachte, dass das nie etwas wird… bis zum 25.10.2009.

Ich war bei ihm und wir haben uns gestritten, er verhielt sich mir gegenüber so komisch… ich merkte schnell, dass er kein Interesse mehr hatte, diese Beziehung fortzuführen. Also beendete ich sie schweren Herzens und fuhr bepackt mit einer Flasche Wein nach Hause. Ich fing an zu trinken und verbrachte meine Zeit im Internet, wo ich mir meinen Frust von der Seele schrieb. Plötzlich schoss mir in den Kopf, dass ich ja schon einen Tag überfällig war. Ich rannte zu meiner Tasche, in der sich noch ein Schwangerschaftstest befand, den mir meine Freundin vor Monaten schenkte, und machte ihn gleich daraufhin.

POSITIV! Oh Gott… was waren das für Gefühle die ich empfand? Es war das, worauf ich seit 7 Monaten gewartet hatte, jedoch konnte ich mich nicht sonderlich darüber freuen, ich war eher geschockt… Ich beriet mich noch kurz mit meiner Freundin, ob ich es meinem Ex-Freund sagen sollte oder nicht.
Ich entschloss mich dazu, es ihm zu sagen. Ich tat dies über msn, denn mit ihm reden wollte ich grad nicht. Ich sagte ihm einleitend, dass er sich auf das,was ich nachfolgend zu sagen hatte, vorerst nicht unter Druck gesetzt fühlen sollte, dass das nichts an unserer Situation ändert. Dann sagte ich ihm, dass ich hab einen Test gemacht hatte und das der positiv war, schickte ihm ein Bild des Tests mit.
Seine Antwort darauf war hart… „Und wer ist der Vater und willst du es behalten?“

Daraufhin beendete ich das Gespräch und fing an zu weinen… Am liebsten hätte ich die Weinflasche auf einmal ausgetrunken, jedoch wusste ich nun, dass ich schwanger war. Das so lang ersehnte Baby war unterwegs, deswegen konnte ich es nicht tun. Am nächsten Tag unterhielten wir uns und er fragte mich, ob ich es behalten wollte. Natürlich wollte ich es behalten. Wieso sollte ich meinem Baby nicht das Leben schenken, nur weil der Vater im Moment nicht klar kommt mit seinem Leben? Ich verklickerte ihm, dass eine Abtreibung für mich absolut nicht in Frage kam.
Er besuchte mich an dem Abend und wir redeten. Er sagte, er hat sich darüber Gedanken gemacht und möchte mit mir zusammen sein, mir eine Zukunft bieten und für mich, für meine Kinder und für das Baby da sein. Eigentlich sollte ich mich darüber freuen, aber kommt er jetzt wieder zu mir zurück aufgrund der Schwangerschaft oder weil er wirklich mit mir zusammen sein will? Denkt er, dass er dazu verpflichtet ist, dies zu tun?

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Nutzehen

marcella 12. Februar 2009

Meine Mutter ist seit fast drei Wochen wieder aus dem Krankenhaus, wie ich es in meinen drei Artikeln „Großer Einschnitt in meinem Leben“ schon erwähnte.

Nach einiger Zeit erklärte sie mir, dass sie mehr oder weniger eine Nutzehe führt. Ich war sprachlos. Ich hatte unterdessen ihren Ehemann kennengelernt und war von ihm sehr beeindruckt. Meine Frage war natürlich, warum Mama?
Sie blieb ganz locker und antwortete mir: „Das Geld war es, ich kann von meiner Rente nicht alleine leben und so haben wir uns entschlossen zu heiraten.“
Beide haben ihre eigene Wohnung, sind verheiratet seit drei Jahren und dennoch glücklich. Beide helfen sich gegenseitig und es scheint zu klappen.
Aber wo bleibt die Liebe?
Das genau fragte ich meine Mutter und sie sagte zu mir: „Ich war einmal sehr verliebt in ihn, aber das hörte irgendwann auf. Jetzt ist er nur noch mein bester Freund und ich kann mich auf ihn hundertprozentig verlassen.“
Was sollte ich davon halten? Gerade ich, die immer an die große Liebe glaubt und nur aus der Liebe heraus heiraten würde. Ich konnte es nicht fassen, aber mir bleibt ja nichts anderes übrig, als die Meinung und das Leben von meiner Mutter zu akzeptieren. Sie bleibt ja trotzdem meine Mama!

Und dann ereilte mich heute noch die absolute neue Botschaft. Meine zweite Mama, sprich Hartmuts Mama, will heiraten. Das hat mich wirklich umgehauen. Warum?
Auch sie will aus dem Nutzen heraus heiraten. Beide Renten sollen sich vereinigen. Auch diese Ehe wird nicht aus der Liebe heraus geschlossen. Ich verstehe die Welt nicht mehr.

Soll man jetzt nur noch heiraten, wegen des Geldes? Gab es nicht mal eine Zeit, wo man aus der Liebe heraus geheiratet hatte? Wo ist die Romantik zwischen zwei Paaren geblieben und das gegenseitige Versprechen, Vertrauen und vor allem die Liebe?
Nutzehe für mich, nein danke!
Da bleibe ich lieber alleine und warte auf meine große Liebe, bis sie mir einen Heiratsantrag macht und genau das sagte ich meiner Mama. Sie lachte und sagte zu mir: „Ach mein Kind, ich wünsche dir von Herzen die große Liebe, aber auch du wirst irgendwann erkennen, dass man nicht alles bekommt was man will und die große Liebe, gibt es nicht.“
Nun, ich hörte meiner Mutter noch eine Weile zu, aber mein Herz sprach schon und so sagte ich ihr: „Mama ich habe die Liebe gefunden und ich kämpfe für sie, ich habe so vieles durchlebt, aber ich würde niemals auf die Idee kommen, nur aus dem Nutzen heraus,  meine große Liebe zu heiraten“.
Da wurde es still und nach einer Weile sagte sie zu mir: „Dann liebst du wirklich!“

Eigentlich wollte ich mit meinem Artikel nur sagen: „Die Nutzehe bringt nichts, aber die wahre Liebe im Herzen, kann Berge versetzen und sie kann einen unendlich glücklich machen, aber das kann nur einer verstehen, der wirklich liebt. Das Geld existiert dann nicht mehr. Es gibt nur noch Liebe und das fühlt man auch noch. Egal wie der Mensch aussieht oder ist, du wirst es wissen und spüren, wenn es der richtige ist.

Ich glaube nach wie vor an die Liebe!

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Großer Einschnitt in meinem Leben 3

marcella 7. Februar 2009

Meine Mutter erholte sich erstaunlicherweise sehr schnell von ihrer OP.  Das ist halt meine Mama!
Schlimm fand ich nur, dass sie auch noch ihren Geburtstag im Krankenhaus feiern musste.
Sie ist jetzt 68 Jahre alt und ich war dabei, wie die Krankenschwestern von der Onkologie (Bruststation) sie zu ihrem Geburtstag überraschten.  Meine Mutter weinte und konnte ihr Glück nicht fassen.
Sie brachten ihr einen Schutzengel mit Kerze und einen kleinen Kuchen. Selbst ich war sehr angetan von dieser Geste.
Einen Tag später, fiel meine Mutter wieder in ein Loch.

Der Verband wurde ihr abgenommen und sie sollte das erste mal sehen, wo nichts mehr ist.
Sie selbst konnte entscheiden, wie bereit sie war. Stück für Stück wurde der Verband runtergelassen, aber sie weinte nur noch und schrie nach mir.
Ich bin natürlich zu meiner Mutter gelaufen und habe sie beruhigt. Ich gebe ehrlich zu, ich hatte auch Angst, was mich erwartet, aber das helfen war stärker.

So kam ich abgehetzt bei ihr an und sie fragte mich, ob ich ihr den Rücken abseifen könne.
Oh hatte ich Angst, denn ich wollte ja auch nicht die „Narben“ von der OP sehen. Ich weiß nicht warum, aber ich folgte nur noch meinem Instinkt und dann stand meine Mutter nackend vor mir und ich musste es mir ja ansehen.
Ich war sehr überrascht, für mich sah es gar nicht mehr so schlimm aus.
Im Gegenteil, klar ist da keine Brust mehr, aber es ist alles sauber und nichts Ekliges. Man sieht eine Narbe und auch die wird verblassen.

Meine Mutter muss jetzt psychisch mit dem Ganzen klar kommen und da werde ich an ihrer Seite stehen!
Ach ja, heute hat sie aus der Pathologie erfahren, dass sie als hundertprozentig geheilt entlassen worden ist. Das heißt, sie hat kein Krebs mehr in ihrem Körper.
Ich, als Tochter, bin so glücklich und kann endlich ein neues Leben mit ihr anfangen. Egal was in der Vergangenheit war, wir werden noch daran arbeiten, aber wir fangen ein neues Leben an.
So, jetzt wisst ihr, warum ich mich in letzter Zeit so zurück gezogen habe. Meine Mama ging mir vor und das wird auch noch so bleiben!

Trotz alledem möchte ich mich auch noch bei Dir mein Schatz bedanken, für Deine wahnsinnige Geduld und dass Du an meiner Seite  gestanden hast, für mich da warst und mir Kraft und Stärke gegeben hast. Liebe beweist sich immer wieder dadurch, dass man für einander in der Not da ist!
Du hast es mir bewiesen. Danke!

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Großer Einschnitt in meinem Leben 2

marcella 7. Februar 2009

Nachdem meine Schwester und ich, uns meiner Mutter und meinem Bruder wieder genähert hatten, kam das böse Wort Krebs in unser Leben.
Meine Mutter war schwer an Brustkrebs erkrankt und auch noch die böseste Form an Brustkrebs. Kein Arzt konnte sagen, wie die OP ausgehen würde.
Sie hatte die Wahl zwischen totaler Brustamputation oder „nur“ der Entfernung der vom Krebs befallenen Milchdrüsen, aber niemand konnte sagen, was dahinter schon befallen war.
Das ist eine schwere Entscheidung für eine Frau!

Meine Mama fragte mich: „Was soll ich tun? Ich will meine Brust nicht verlieren, vielleicht kann ich sie erhalten.“
Ich sagte ihr wörtlich: „Höre auf dein Inneres und das sagt dir alles, du weißt die Antwort schon.“
Meine Mutter hatte sich für eine totale Brustentfernung entschieden.

Und so kam sie vor einer Woche in den OP und ihre Brust wurde entfernt. Ich und meine Schwester waren vor und nach der OP bei ihr. Für uns war es eine Ewigkeit, bis sie endlich wieder auf die Station kam.
Wir waren glücklich unsere Mutter lallend im Bett zu sehen. Ich dachte noch, jetzt wird alles gut, sie hat es überstanden.
So langsam kam sie nach einiger Zeit aus ihrer Narkose und sie griff nach ihrer Brust, die gar nicht mehr da war. Aus ihrer nicht mehr existierenden Brust hingen zwei Schläuche, wo das Blut in irgendwelche Becher floss.
Der Anblick war für mich sehr schlimm, weil ich normalerweise kein Blut sehen kann, aber das war mir egal. Ich staune noch heute über mich, wie ich diesen Anblick ertragen konnte. Ich glaube, ich wollte nur meine Mama wieder haben.
Zwischendurch fing ein Schlauch an komische Geräusche zu machen und meine Schwester und ich mußten das Zimmer verlassen. Pure Angst stieg in uns auf, wir beteten einfach. Dann kam für uns nach unendlich langer Zeit der Arzt endlich wieder aus dem Zimmer und sagte zu uns, es ist alles ok.

Nach weiteren zwei Stunden, war meine Mutter einigermaßen ansprechbar. Sie hatte zum Glück keine Schmerzen, aber ihre Seele war kaputt.
Meine Mama begriff, dass ihr ein Körperteil fehlte.
Sie erholte sich mit der Zeit von der Operation, aber da war noch der Tag, wo sie sich ansehen mußte.

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Großer Einschnitt in meinem Leben 1

marcella 6. Februar 2009

Vor drei Wochen fing alles an und ich kann immer noch nicht glauben, was in dieser kurzen Zeit alles in meinem Leben passiert ist.

Alles begann mit einem Anruf meines Bruders, den ich seit Jahren nicht mehr gesehen oder gehört hatte.
Er eröffnete mir, dass unsere Mutter schwer an Brustkrebs erkrankt sei. Sie hätte die schlimmste Form von Krebs.

Ich war hin und her gerissen und wollte dennoch nichts davon wissen. Zu sehr saß die verletzende Erinnerung meiner Mutter in meinem Nacken. Erst meine Schwester riss mich aus meiner Wut und aus meinem verletzten Stolz zu unserer Mutter heraus.
Sie sagte zu mir: „Auch sie hat noch eine letzte Chance verdient. Wie heißt es so schön, vergib mir meine Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“

Das war für mich der Ausschlag, wie kann ich jeden Abend das „Vater unser beten“, wenn ich nicht danach lebe.
Wir beide wagten ein Treffen zwischen meinem Bruder und meiner Mutter.
Es war Samstag und wir beide waren ziemlich nervös. Ich weiß noch, ich stand mit meiner Schwester vor der Haustür meines Bruders und wir rauchten noch eine Zigarette um uns zu stärken.

Dann war es so weit, ich traf auf meinen Bruder und ich erkannte ihn nicht wieder. Auf der Strasse wäre ich an ihm vorbei gelaufen, so sehr hatte er sich verändert. Er ist halt ein Mann geworden. Ich wusste nicht so recht, wie ich mich ihm gegenüber verhalten sollte, aber er ging einfach auf mich und meine Schwester zu, streckte beide Arme aus und umarmte uns beide.
Es war so ein tolles Gefühl, was mich in diesem Moment durchströmte und dann stand meine Mutter vor mir.
Sie tat genau das gleiche wie mein Bruder. Mit weit ausgebreiteten Armen kam sie auf mich und meine Schwester zu. Wir fielen uns weinend in die Arme und klammerten uns förmlich aneinander. Keiner von uns wollte mehr loslassen, bis mein Bruder sagte: „Hallo ich habe noch ein Wohnzimmer und da könnt ihr gerne weiter reden, ihr müsst nicht hier im Flur alles ausdiskutieren.“

Der ganze Nachmittag war für mich und meiner Schwester so schön und entspannend, dass wir in dieser Zeit wirklich vergessen hatten, warum wir eigentlich da waren.
Wir hatten für diesen Augenblick das Gefühl, wieder eine richtige Familie zu sein.
Aber da war noch der große Schatten, der Krebs meiner Mutter.

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