Archiv für das Tag 'Freund'

Gleichberechtigung ist keine Busenfrage

1. August 2009

Ist’s möglich, ist das Weib so schön?
Muß’ ich an diesem hingestreckten Leibe
Den Inbegriff von allen Himmeln sehn?

(Faust – Der Tragödie erster Teil. Zeile 2437 ff)

Kann ein Mann eine Frau beurteilen, ohne ihr den Busen mit Blicken entkleidet und ihren Allerwertesten stieräuglich begutachtet zu haben? Ergötzt Mann sich tatsächlich nur an Frauen, die einen schönen Körper präsentieren? Ihn gar darbieten, zur vermeintlich freundlichen Bedienung? Denken Männer tatsächlich nur mit den Augen oder erkennen sie auch Dinge, die nicht ausgepackt vor ihnen liegen? Sind Männer nur auf mehr oder weniger ausgeprägte Rundungen fixiert oder beeindrucken sie auch Windungen? Nämlich die des weiblichen Gehirns – und deren Produktivität? Scheitert die Gleichberechtigung tatsächlich primär an der männlichen Betrachtungsweise des anderen Geschlechts? Weil Männer sich Frauen zwar im Gynäkologiestuhl, aber nicht in einem Chefsessel vorstellen können? Und sind dies tatsächlich die Fragen, die es zu klären gilt, wenn es um Gleichberechtigung geht?

Dieser Artikel soll eine Ergänzung sein zu einem sehr schönen Beitrag – den eine Frau geschrieben hat! Doch was weiß eine Frau schon über …  Männer? Vermeintlich viel. Doch entpuppt sich dieses Wissen vielleicht als ebenso oberflächlich wie die männliche Betrachtungsweise einer Spezies, die ihn in seinem Innersten in Angst und Schrecken versetzt?

Richtig ist, dass eine schöne Frau einen Mann um den Finger wickeln kann. Wenn sie es will. Doch muss sie es wollen, um Karriere zu machen? Wie hoch kann frau sich schlafen? Haben nicht auch schöne Männer bessere Chancen im Berufsleben?
Haben sie! Denn optisch betörende Wesen, Personen, die schlicht richtig proportioniert sind (auch im Gesicht übrigens), haben es generell leichter als ihre Mitbewerber, deren Gene eine harmonischere Erscheinung verhindert haben. Das Aussehen entscheidet also tatsächlich auch, wer erfolgreich ist. Auf beiden Seiten allerdings …

Würde eine Frau grundsätzlich anders entscheiden als ein Mann in gleicher Position? Eine (noch) eher rhetorische Frage – es gibt zu wenige Frauen in Führungspositionen. Ein Fakt – ohne Wenn und Aber. Doch hätten wir wirklich weniger Kriege auf der Welt, wenn wir mehr weibliche Staatsoberhäupter hätten?
Wie sehr haben die Frauen in Deutschland dafür gekämpft, endlich Soldatinnen werden zu dürfen!
Wäre die Betriebsführung einer Chefin humaner?
Gibt Madeleine Schickedanz mehr privates Vermögen, um die Insolvenz ihres Unternehmens zu verhindern als ein männlicher Unternehmer?
Natürlich gibt es immer mehr schlechte männliche Beispiele – weil es schlicht mehr männliche Protagonisten gibt, die auf dieser Bühne spielen! Es ist sehr wünschenswert, endlich viel mehr Frauen an die Spitze zu setzen. Damit sie auch die gleichen Fehler machen können …

Ruht also die Antwort auf die Frage nach Gleichberechtigung wirklich unter den primären und sekundären Geschlechtsmerkmalen, wie von vielen Frauen vermutet?

Muss die Gleichberechtigung nicht vielmehr nur in den Köpfen entschieden werden? In den Köpfen von Männern und Damen, um mit der Gleichbehandlung auch sprachlich direkt zu beginnen. Die HERRlichkeit muss akzeptieren, dass Frauen in dieser Gesellschaft nicht mehr nur noch auf Kind, Küche und Kirche beschränkt sind; sofern sie dies noch nicht realisiert haben sollten. Dass es homosexuelle Paare gibt, die Kinder adoptieren. Und dass einige Geschlechtsgenossen sich die Brust rasieren und Gesichtscreme verwenden. Dass die Welt sich schlicht verändert hat und die Axt im Walde auch von der Zimmerfrau geführt werden kann. Dass der Blick unter den Rock der Sekretärin nur die eigene Schwäche verdeutlicht. Die Weiblichkeit sollte einsehen, dass Veränderung Zeit braucht und Jahrtausende alte Muster nicht mit einem gesetzlichen Federstrich zu eliminieren sind. Dass es nicht erstrebenswert ist, den Männern alles gleichtun zu wollen! Dass ein Hüftschwung keine Schwäche sein muss, sondern jeder schlicht mit den Waffen kämpft, die er zur Verfügung hat …

Happy Birthday

25. Juni 2009

BirthdayLiebe Marcella!
Ich wünsche Dir alles Gute zum Geburtstag!
Viel Glück, Sonnenschein, Liebe, Wärme, Freude und Freunde.

 

Ein Freund, der ich für immer für Dich bin!

Stevie Wonder vs 50 Cents:

Freundschaft zum Ex

11. Juni 2009

Es gibt so viele Arten von Freundschaften und wenn sie entstanden sind, ist es ein tolles Gefühl, nicht alleine auf dieser Welt zu sein.
Man kann sich gegenseitig trösten, zusammen lachen oder Probleme ausdiskutieren.

Ich möchte heute auf etwas ganz besonderes hinaus:

Wie ihr alle wisst, hat Hartmut sich vor 3 Monaten von mir getrennt. Anfangs war ich wütend, verstand seine Beweggründe nicht und dann kam bei mir eine endlose Traurigkeit. Ich hatte das Gefühl, niemals über die Trennung hinwegzukommen.
Hartmut bot mir die Freundschaft an, aber ich konnte es nicht annehmen, denn zu sehr war ich verletzt.
Meine Familie sagte zu der Zeit zu mir: “Marcella glaube, die Zeit heilt alle Wunden.” Was für ein Ausspruch, nur konnte ich es damals nicht glauben und eine Freundschaft zu Hartmut erst Recht nicht.

Vor 2 Wochen rief Hartmut mich aus heiterem Himmel an und erzählte mir, dass er an diesem Tage umgezogen war und es ihm schlecht ging. Wir unterhielten uns eine Weile per Telefon, bis er mich fragte, ob ich nicht zu ihm kommen könnte. Ich überlegte nicht lange und sagte zu. Aber nicht, weil ich mir Hoffnungen machte, sondern weil ich spürte, dass er einen Menschen brauchte, der ihm zuhört und ihn in den Arm nimmt und tröstet. An mich dachte ich in diesem Moment gar nicht. Für mich zählte nur eines: HELFEN!

Ja und so kam ich bei ihm an und es wurde eine wunderschöne Nacht. Wir quatschten uns aus und so entstand plötzlich zwischen uns eine Freundschaft.

Heute kann ich gar nicht mehr verstehen, warum ich mich gegen eine Freundschaft gesträubt hatte. Im Gegenteil, es ist sogar eine ganz besondere Freundschaft: Es ist eine vertraute Freundschaft! Das hat nicht jeder!

Und nun möchte ich allen Frauen Mut machen, die sich von ihrem Mann oder Freund getrennt haben. Die Wunden heilen wirklich und was dann kommt, ist tausendmal schöner, als eine Beziehung oder Ehe. Du hast nämlich einen sehr vertrauten Menschen als Freund gewonnen, der dich versteht und kennt, der zuhört und dich tröstet was er vorher als dein Mann nicht konnte.

Das nenne ich ein Geschenk des Himmels.

Die Geliebte

5. Juni 2009

Ich bekam eben einen Text von meiner Exfreundin, den sie mir überließ und mir erlaubte, ihn zu veröffentlichen.

Eine Freundin oder Geliebte kann schweigen!
Sie genießt Augenblicke und schweigt!
Sie kommt immer wieder, weil….
sie  schweigt, liebt und geht!

Aber in ihrem tiefsten Inneren, schweigt sie nicht,
sondern schreit die Liebe zu ihm heraus!

Blog-Freundschaften

4. Mai 2009

Wie ich vor kurzem schrieb, fühle ich mich momentan überhaupt nicht wohl, wenn ich mich vor den PC setze und meinen Browser öffne. Im Prinzip geht es mir so seit der “Herz für Blogger” Aktion. Mein Feed-Reader hat sich von knapp 15 auf fast 100 Blogs erweitert. Das könnte natürlich als Positiv im Sinne der Aktion betrachtet werden. Auch hat sich die Zahl der Twitter-Bekanntschaften seither um ein Vielfaches erhöht.

Aber genau das, was ich bereits vorher andeutete, ist auch eingetreten: Ich leide an extremer Reizüberflutung. Ich leide an der Menge der Informationen und der Menge der einzelnen Selbstdarstellungen. Damit geht noch ein ganzer Fuchsschwanz weiterer Nebeneffekte einher:

Blogger schreiben übers Bloggen

Ohja, auch ich tat das und zwar nicht zu knapp. Eine eigene Serie habe ich daraus gemacht und komme mittlerweile auf 25 Artikel. Für mich ist alles gesagt. Aber ich verstehe es immer, wenn der Mensch, der bloggt – übrigens genau deshalb heißt der Blog für mich auch der und nicht das Blog, weil es auch der Mensch heißt – sich immer wieder für sich seine Ziele und seine Motivationen in einem eigenen Artikel festlegt. Für mich bedeutet das aber, dass ich immer und immer wieder das Gleiche lese, denn letztlich kommen wir ja alle zu dem gleichen Schluss: Bloggen soll Spaß machen!

Blogger schreiben über Statistiken

Möglicherweise haben sich bei dem einen oder anderen durch diese Aktion die Besucherzahlen erhöht. Möglicherweise auch die der Feed-Abonnenten. Und bei vielen hat das zu einem auf und jetzt vielleicht wieder zu einem ab geführt. So lese ich nur noch von Statistiken. Und von gestiegenen aber vor Allem von gesunkenen Zahlen, von Problemen mit Feedburner und aufgeblähten Quellcodes. Ich gebe mal zu bedenken, dass das alles Jammern auf niedrigstem Niveau ist. Ich meine, es geht hier um Besucherzahlen zwischen einem (ja, nur der Blogbetreiber allein) und etwa 10000. Das Gros liegt wohl irgendwo bei weit unter 500 Besuchern am Tag. Für mich ist das alles Kokolores, das ist im Vergleich zu den großen Webseiten geradezu lächerlich und ehrlich, mich interessiert das zwar für mich persönlich, aber niemals einfach so als eigener Artikel. Es langweilt einfach!

Blogger machen Aktionen

Ich glaube, die sehr erfolgreichen Blogparaden der Sammelkarten und dem Herz f. Blogger haben eine neue Art des Drangs nach mehr Aufmerksamkeit hervorgebracht. Statt wie früher harmlose Stöckchen zu verteilen, wurden kurz hintereinander diverse Foto-Aktionen und weitere neue Paraden gestartet. Ich muss sagen, das geht mir zu schnell. Ich fühle mich wie in einem Pauschalurlaub, in dem mich diverse Animateure ständig beschäftigen wollen. Daher nehme ich daran auch nicht weiter teil.

Blogger als Community

Das wollen sie also, eine Gemeinschaft. Jeder schreit nach Kommentaren, nach Feedback. Auch ich tue das. Und ich kommentiere sehr gerne auch woanders. Das kann ich nur, wenn ich den Blog auch lese. Und dann tue ich das auch nur, wenn ich Interesse habe, wenn mich der Inhalt interessiert. Natürlich ist der geneigte Blogger eher bereit zu kommentieren, wenn ein anderer Blogger bei ihm kommentiert. Diese Wechselseitigkeit führt zu einer guten Verschmelzung und im Besten Falle zu einer Freundschaft. Ich habe seit einiger Zeit diese Freundschaft mit Julia. Wie lesen unsere Artikel sehr aufmerksam und kommentieren mit einer gewissen Freude und Bereitschaft beim jeweils anderen. Auch bei einigen anderen (ich nenne jetzt bewusst keine weiteren Namen) hat es sich eingebürgert und hat so zu einer kleinen Gemeinschaft geführt. Je mehr Blogs ich aber abonniere, desto größer wird der Druck, desto mehr Kommentare muss ich absetzen und ggf. auch “mal wieder” auf einen Artikel, zu dem mir im Prinzip überhaupt nichts einfällt, nur einfach, um mal wieder präsent zu sein.

Blogger sind auch nur Menschen

So wie es unzählige Blogs gibt, so stehen auch unzählige Menschen dahinter, die diese mit Inhalten befüllen. Menschen jeden Alters, jeder Bildungsschicht, jeden sozialen Standen mit unterschiedlichen Interessen, Ansichten, Schreibstilen und letztlich einer ganz persönlichen Intention. Natürlich sind Blogs auf den ersten Blick virtuelle Gebilde, wo es möglicherweise nicht darauf ankommt, ob ich mit dem Autor im realen Leben klar kommen müsste. Das macht natürlich auf den ersten Blick einen gewissen Reiz aus, aber auf Dauer finde ich es einfach zu unpersönlich. Ich stelle mir immer hinter dem Blog auch den Menschen vor, ob ich mit ihm “könnte” und natürlich gibt es hinter jedem Blog einen Charakter und nicht mit jedem möchte ich im realen Leben befreundet sein. Unweigerlich muss ich filtern, sortieren, mustern und entscheiden. Kann oder tue ich das auf Dauer nicht, macht es mich genauso krank als müsste ich ewig in einem Großraumbüro arbeiten oder in einer überfüllten Diskothek stehen. Mal hat alles seinen Spaß – aber bitte nicht ständig!

Blogger sind faule Hunde

Das gute am Bloggen ist, dass es einfach ist, sich hinzusetzen und die Idee, die im man Kopf hat, einfach nieder zu schreiben und sie zu veröffentlichen. Oft kommt es aber vor, dass man einen Artikel schreibt, wo man genau weiß, dass es bereits andere getan haben. Je mehr Blogs ich kenne und lese, desto größer wird die Chance, dass ich aktiv bereits von der Existenz eines gleichartigen Textes weiß. Kenne ich weniger Blogs so gibt es noch immer die Suchmaschinen, um mir einen Überblick zu verschaffen. Wenn ich einen Artikel schreibe, dann recherchiere ich oder lasse mich inspirieren. Oft stehe ich vor dem Problem, entweder “nur” zu kommentieren oder einen Text zu schreiben, der weiter führt. Dann setze ich in jedem Falle einen Link. Leider machen das noch immer nicht alle und ehrlich, mich ärgert das sehr. Natürlich kann es mal vorkommen und wenn, dann freue ich mich, dass der entsprechende Mensch auf seinen Artikel in den Kommentaren hinweist. Manchmal füge ich den entsprechenden Link auch noch nachträglich in den bereits geschriebenen und veröffentlichten Erguss ein.

Twittern als Community

Wer twittert, weiß, dass er sich auf eine hochgradig vernetzte Plattform begibt. Hier besteht die Möglichkeit, sich mit zig Tausenden unbekannter Menschen auszutauschen. Wie jeder, der damit anfängt, fing auch ich klein an. Erst 2, dann 5, dann 20 und jetzt sind es bald 100 Menschen. Mit manchen habe ich noch nie ein Wort gewechselt, mit manchen nur, weil wir zusammen DSDS oder Formel1 sahen. Ich nutze Twitter nach wie vor als Multi-Personen-Chat. Auch einfach, um meinen Spaß zu haben und auch mal, um dem einen oder anderen Link zu folgen und natürlich auch, um meine neusten Blog-Artikel zu publizieren. Aber auch hier führt mich Twitter langsam an die Grenze des Überschaubaren. Ich verliere den Überblick, ich leide wieder an der enormen Reizüberflutung.

Stop!

Genau das sage ich jetzt. All das bisher genannte ist für mich einfach viel zu anstrengend! Ich kann und will dem nicht weiter folgen. Denn es macht mich nicht nur oberflächlich, es stumpft mich ab, es macht mich unkreativ.

Ich war immer eher ein Einzelgänger. Ich fühle mich in kleineren Gruppen wohl. Ich pflege meine wenigen Freundschaften gerne und sehr intensiv. Ich möchte teilhaben, aufmerksam und zur Stelle sein, wenn Hilfe nötig ist.
Natürlich bin ich auch ein kleiner Voyeur. Besonders, seitdem ich blogge. Ich liebe die vielen kleinen Alltagsgeschichten, was wem wieso passiert. Da bin ich neugierig und manchmal auch schadenfroh. Und ich liebe die Kommunikation, mit mir und mit anderen. Aber wie schon erwähnt, ich mag es übersichtlich, es soll mich unterstützen und nicht blockieren. Und momentan fühle ich mich einfach ausgebremst.

Ich werde mich daher in den kommenden Tagen sehr konsequent von vielen abonnierten Blogs und auch reichlich Menschen in Twitter trennen. Ich tue das nicht, weil ich diese Menschen nicht mag sondern aus reinem Selbstschutz!

Natürlich werde ich nicht auf meine lieb gewonnenen Freundschaften verzichten. Ihnen gilt dann wieder verstärkt meine Aufmerksamkeit und langsam erst werde ich mich vielleicht wieder ein Stück weit mehr aus meinem Schneckenhaus heraus trauen. Aber so extrovertiert wie ich mich gegeben habe, so werde ich nie wieder sein.
Das bin ich nicht und das entspricht auch nicht meinem Charakter.


P.S. Leider ist mein erster hierzu geschriebener Text irgendwie beim Speichern verloren gegangen. Er war mehr ein Tagebucheintrag, viel emotionaler. Er sollte im Prinzip für mich die Lücke schließen zwischen meinen Serien “Über das Bloggen” und “Vertraue niemanden”. Er sollte – und für mich hat er das, auch wenn er für immer verloren ist – mir klar aufzeigen, was Freundschaft für mich bedeutet. Nur unter der Prämisse der sozialen Gemeinschaft im Internet.

Er war auch eine Abrechnung mit der ganzen überkandidelten Überheblichkeit, der extremen Wichtigtuerei von Einzelnen und für mich die Erdung, was ich überhaupt will. Und ich will meinen Spaß zurück, etwas Kunst und Schreibkultur schaffen, etwas kreieren, etwas Fantasie anregen, mein Leben dokumentieren und mich persönlich entwickeln.

Der zweite Entwurf ist jetzt etwas distanzierter, einfach, weil ich meinen großen Frust schon frei geschrieben habe. Und ehrlich hatte ich auch keine Lust, mich wieder neu reinzusteigern. :-)

Als einzigen Querlink verweise ich auf das Spiegel-Interview mit Else Buschheuer, die im Gegensatz zu mir mit dem Bloggen aufhören will, während ich nach neuer Inspiration für das weitere Blogger-Leben suche.

Treffen mit einem alten Freund

29. April 2009

Das steht morgen für mich auf dem Programm. Ich hätte nicht gedacht, dass das jemals noch einmal passieren wird, denn als es vor gut 1 ½ Jahren krachte, da brannte die Luft, da ging es um ein Messer, das gezückt wurde, dann um ewige Verbannung, fast einen Rechtsstreit und in jedem Falle um den totalen Bruch.

Ich werde jetzt keine Namen nennen, denn mir wurde es damals untersagt und irgendwo tief im Blog ist auch die Geschichte auf mehreren Artikeln verteilt. Aber darum geht es gar nicht. Denn vor einiger Zeit traf ich ihn zufällig auf der Straße. Da war es noch kalt draußen. Es war irgendwann im Januar. Und ehrlich, es war wie früher. Wir sahen uns, fielen uns in die Arme und freuten uns. Und wir verabredeten uns, gleich für das darauf folgende Wochenende, ich sollte zu ihm kommen. Aber das ging noch nicht. Zu sehr hatte mich die plötzliche Trennung von ihm, diese totale Wut, die mir entgegenschlug, noch innerlich im Griff. Schwer involviert an dem heftigen Streit war auch meine Ex-Freundin, die mich auch letzten Freitag fast wieder aus dem Gleichgewicht gebracht hat.

Vorgestern nun rief ich ihn an. Und es war wieder wie immer und wir verabredeten uns für Morgen. Taktisch klug wäre es, wenn ich auch diesen Artikel erst morgen geschrieben hätte, aber das kann ich nicht, weil es mich jetzt bewegt und beschäftigt. Ich bin einfach nervös, voller Vorfreude und doch im Inneren gehemmt. Er ist ein feiner, liebenswerter, introvertierter Kerl, ein Künstler, ein armer Maler wie er im Buche steht. Aber er ist auch aufbrausend, temperamentvoll und cholerisch. Das durfte ich miterleben als er in seiner Wut das Messer gegen mich erhob. Aber ich bin kein Mensch, der ihn zur Weißglut treibt, ich diskutiere mit ihm, ich höre zu und weiß mich zurückzunehmen und reize ihn nicht. DAS schaffte nur eine und die gibt es nicht mehr.

So sitze ich jetzt hier, mache mir meine Gedanken, wie wohl der morgige Abend ablaufen wird. Wir werden sicherlich auf seinem Balkon sitzen, er an seinem Rotwein nippend, ich am Weizenbier, in die Sterne gucken und über das Universum, über Spiritualität, Meditation und Buddhismus diskutieren. Denn da kennt er sich aus, da hat er einer unglaublichen Wissensschatz, auf den ich mich freue. Wir werden über seine Webseite diskutieren, die noch immer nicht gestaltet ist und für deren Aufbau ich damals von ihm bezahlt wurde. Es wird ein netter Abend werden, einer, wie wir ihn das letzte Mal im Spätsommer 2007 verbrachten. Da waren die Nächte noch lau und wir saßen bis zum Morgengrauen auf diesem Balkon, diesem, als er mit dem Messer auf mich zeigte, in seiner cholerischen aufgebrachten Wut, für die er sich Sekunden später schon entschuldigte und doch das Ende unserer Freundschaft besiegelte. Als er mich die Tage danach drängte, alles, was je namentlich auf ihn zurückfallen könnte, von diesem Blog zu entfernen.

Ich bin so nervös und doch voller Vorfreude, auf einen Freund, auf meinen Freund.

Alice Hive

25. April 2009

Ich möchte heute eine geschätzte Blogger-Kollegin würdigen, die mich immer mal wieder mit ihren Artikeln schwer beeindruckt. Sie sagt von sich selbst, dass sie einen Blog betreibt, der sich insbesondere mit den Themenschwerpunkten Persönliche Entwicklung, Kreativität und Musik beschäftigt.

Für mich klingt das auf den ersten Blick schwer nach Understatement, denn im Prinzip beschäftigt sich jeder Blogger mit seiner persönlichen Entwicklung und Kreativität und verlinkt u.a. irgendwann mal ein Musik-Video von YouTube.

Alice, im richtigen Leben Anna, schreibt aber nicht einfach über ihre persönliche Entwicklung, sie schreibt in ihrer ganz eigenen Art hoch motivierende Texte, die die Sicht auf das eigene Leben komplett zum Positiven verändern können. Es sind kleine bis mittellange Texte, die bei richtiger Dosierung und Anwendung eine nachhaltige Wirkung haben können. In vielen Texten geht sie, gewollt oder ungewollt, weit über die “normale” Denkweise hinaus und verursacht in mir schon eine nachhaltige Wirkung in spiritueller Hinsicht ohne sich auf die esoterische Schiene zu begeben. Es sind in sich abgeschlossene kleine Kunstwerke. Insbesondere haben mich u.a. ihre Artikel “Zerstreuungen eliminieren” und der vor kurzem erschienene Artikel “Raus aus der Komfortzone” sehr nachdenklich gemacht und mich wirklich in meinem eigenen Denken und Handeln beeinflusst. Wenn jemand so etwas vollbringt, dann hat er eine Gabe, die einfach einer Würdigung bedarf. Ich empfehle, bei Alice ins Archiv zu gehen und sich umzuschauen. Es ist sehr übersichtlich gestaltet und erschlägt (noch) nicht mit der Menge der abgelegten Artikel.

Alice ist sehr kreativ. Sie hat innerhalb eines Monats einen kompletten Roman geschrieben, verfasst Gedichte und komponiert Musik. Mir macht es Spaß, mich auf ihrer Webseite umzuschauen und den Links zu folgen. Noch sind nicht alle Inhalte befüllt, was darauf schließen lässt, dass noch viel geplant und organisiert wird und darauf freue ich mich auch.

Daher mein Blog-Tipp: Alice Hive.

Von Rio und Zaubi

30. März 2009

Den Rio habe ich vor einigen Monaten so nebenbei kennen gelernt. So nach und nach – wie es wohl unter Bloggern so üblich ist – liefen wir und immer mal wieder über den Weg und ich nahm ihn in meinen Feed-Reader auf und verfolgte ihn immer intensiver.

Ich fand ihn von Anfang an sehr sympathisch, weil er stets in klaren Worten seine Gedanken beschrieb und auch seinen Frust offen und ehrlich in die Welt schrie. Hinzu kommt, dass er auch ein Schwergewicht im Wahrsten Sinne ist. Das macht schon der Name seiner Domain “180kg-leichter.de” klar. Man muss es sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Das ist nicht das Gewicht, das er wiegt, sondern, das er abnehmen möchte. Da komme ich mir mit meinem Diät-Wunsch von 85 Kilo ja wie ein Spacken vor. Jedenfalls ist mir der Rio sehr ans Herz gewachsen und wenn er über seine Depressionen schreibt, die einfach nicht ausbleiben, wenn man mit dem Dauerfrust zum Gewicht beschäftigt ist und seine Emotionen wirklich auslebt, dann fühle und leide ich sehr mit ihm, weil ich selbst hin und wieder mit meinen Depressionen zu kämpfen habe.

In den letzten Tagen nun lernte ich die Frau vom Rio kennen. Synonym “Zaubi”. Natürlich war ich immer ein stiller Leser von ihrem Blog, den Rio ihr da eingerichtet hat. Eigentlich war es Zaubi, die hier einfach unbekümmert in den Blog polterte und einschlug wie eine Bombe. Ich bin sehr beeindruckt über ihre Herzlichkeit und Unbekümmertheit. Sie ist da wie ich, schreibt, wie ihr der Schnabel gewachsen ist, scheint nichts peinlich zu sein und ist mit ihrer guten Laune und auch ihrer ab und zu durchblitzenden Nachdenklichkeit einfach mitreißend.

Ich kann beiden nur danken, dass sie mich an ihrer kleinen Familie teil haben lassen, mir das Gefühl geben, so rein virtuell als Freundschaft dazu zu gehören und möchte beiden von Herzen diesen Artikel widmen. Ich kann und will auch von meiner Seite meine Freundschaft zurück geben. Ob Einzeln oder im Doppelpack, ihr seid mir wirklich sehr lieb geworden und ich stehe jedem von Euch mit Rat und Tat und stets offenem Ohr beiseite.

Da soll mir mal einer erzählen, dass das Internet nur schlecht ist. Natürlich berichten die Medien auch immer zu Recht, dass besonders Kinder gefährdet sind und in Internet-Chats von bösen Kerlen angegraben werden. Aber unter Bloggern sehe ich die Gefahr nicht. Man hat die Möglichkeit, jemanden über Monate langsam kennen zu lernen, zu entscheiden, ob man von sich aus den Kontakt sucht und es wachsen – nach meiner Beobachtung – wirklich sehr intensive Momente. Ich habe mir das angewöhnt, sehr schnell über das zu schreiben, was mich längere Zeit beschäftigt. Sowohl in technischer Hinsicht als auch in emotionaler. Wenn ich jetzt über die beiden berichte, ist es eben so, dass mich die beiden rein gefühlsmäßig beschäftigen.
Und das ist auch gut so.

Liebe Grüße
Hartmut

Natürlich gibt es erst am Ende des Textes die obligatorischen Links :-)

Zum Rio geht es hier lang und
Zur Zaubi klickt man da lang

DELIJO

29. März 2009

Was für ein Name! Er setzt sich aus den Namen seiner Kinder zusammen und ist klar für mich nachvollziehbar. Weil ich mal ein Stofftier hatte, ohne dass ich das Haus nie verließ. Sein Name war Haredegis. ‘Hartmut’, ‘Edeltraut’ und ‘Gisela’. Meiner, der meiner Oma und der Name meiner Mutter.

Wenn ich noch beim Namen bleibe, kenne ich den Luigi schon seit seiner Zeit, in der er seine Webseite noch hartgekochtes nannte. Ich folgte ihm von Version 1 bis zur 3 und was sich zu erst in meinen Schädel brannnte, war der Spruch, der oben auf der Webseite prangerte: Eine Glatze macht noch keinen Skinhead. Ich finde solche offenen Statements gut und mutig und genau deshalb blieb ich an der Webseite hängen.

Mittlerweile folge ich ihm seit einigen Monaten in meinen Feeds und freue mich, wenn er schreibt. Er hat mich schon einige Male zum Nachdenken und Streiten angeregt. Sein Artikel im früheren Blog zur Computersucht z.B. hat schon eine kleine Welle ausgelöst und mich inspiriert, mein Verhalten am PC zu überdenken. Dann kam es zu einer kleinen Streitigkeit als er fragte, ob er einen “Spenden-Button” auf seiner Seite installieren solle (hier) und so kabbelten wir uns ein wenig. Natürlich nicht in den Dimensionen wie es beim Ecki passierte. Luigi war da einfach offen und sich der Diskussion gestellt.Das hat mich beeindruckt.

Im Laufe der letzten 1–2 Wochen hat sich der Kontakt nun intensiviert. Wir chatten jetzt hin und wieder auch privat und twittern uns an. Das ist eine tolle Entwicklung und gibt mir die Hoffnung, dass sich aus einer Anonymität auch eine Freundschaft im Internet entwickeln kann. Wie immer müssen sich solche Freundschaften entwickeln. Besonders schwer ist es, wenn man sich nur per Kommentar oder kurzer Artikel kennen lernt. Missverständnisse sind da fast schon vorprogrammiert.
Deshalb heißt es manchmal einfach durchzuhalten, sich zu erklären und intensiv zu bemühen. Der Effekt ist ein guter und lohnt den “Aufwand”. Internet-Freundschaften stehen gleichrangig zu meinen “realen” Freundschaften und beide binden mich im Leben und stehen für soziale Beziehungen, die ich nicht mehr missen möchte.

So widme ich diesen Artikel dem Luigi und seiner Familie, folgt ihm doch ein wenig. Er ist ein wirklich sympathischer Kerl!
Klick hier, um auf seine Webseite zu kommen.

P.S. – Luigi hat diesen Artikel gewonnen, weil er mich zu meinem 1000. Twitter-Spruch animierte :-)

Das Leben kann so spannend sein!

16. März 2009

Was für ein Verlust!

Seit gestern ist das Blog vom Nachtwächter offline und so wie es scheint, auch definitiv für immer.
Ich empfinde wirklich herzliche Traurigkeit, denn im Prinzip war sein Blog der erste, den ich kennen lernte und den ich 2 ½ Jahre begleitete.
In fast täglicher Frequenz setzte er sich kritisch und meist fundiert mit Themen aus Politik, Religion und Wirtschaft auseinander und das mit einem Mut, der mich immer wieder beeindruckte.

Jetzt scheint ihn eine anwaltliche Verfügung bzw. das Drohen eines Rechtsstreits in die Knie gezwungen zu haben. Vor ein paar Tagen hatte er das recht ausführlich erklärt und das Ende der Ära tamagothi.de erklärt.
Was bleibt, ist sein blah-Blog und natürlich seine anderen Projekte.

Übrigens war der Nachtwächter auch derjenige, dessen Theme ich sehr lange eingesetzt habe. So, wie er es zur Verfügung stellte, so habe ich es noch einmal installiert –> Klick
Wer meinen Blog länger kennt, weiß, dass ich das Theme in ein leuchtendes gelb verwandelte, trotzdem blieb seine Vorlage lange Zeit die Grundlage.

Ich habe ihm am 16.04.2007 einen Artikel gewidmet, den ich heute genau 23 Monate später neu publizieren möchte.
Er ist aktueller denn je. Denn nichts hat sich seither geändert.


Hier folgt der Original-Text


Ich bin dabei, neue Menschen kennen zu lernen.

Ich weiß nicht, wie sie Aussehen, aber ich kenne ihre Ansichten, ich habe eine ungefähre Ahnung, welche Interessen sie haben und lerne jeden Tag neue Facetten ihres Wesens kennen.

Ist es ein Zufall, Fügung des Schicksals, der Beginn einer wunderbaren Freundschaft oder doch nur ein aufloderndes Fünkchen von Schwärmerei oder Schlimmer: ein Trugschluss.

Ich weiß es nicht und kann es nicht beantworten. Werde ich sie kennen lernen, werden sie den Kontakt befürworten, wird sich Freundschaft entwickeln? Fragen, die sich ein jeder stellt, der jemanden kennen lernt und wenn der Kennengelernte von seinem „Glück“ noch nichts weiß, ist es noch spannender.

Nun, jetzt werde ich mal konkret. Ich bin ein wenig schüchtern, aber ich versuche es mal:

Als ich mich entschied, diesen Blog zu eröffnen, suchte ich nach einem passenden Outfit, einem Herrenmantel, der mich und meinen ganz persönlichen Geschmack weitestgehend traf und so entdeckte ich dieses Thema „Lichternacht“.
Es ist wahrlich eine Pracht und macht mich noch immer glücklich, wenn ich auf meine Seite navigiere. Ich fühle mich geborgen, behütet und wohlig.

Als ich einen meiner ersten wirklich ernst gemeinten Artikel veröffentlichte nämlich den für mein Schulprojekt verlinkte ein anderer Blog meinen Artikel und äußerte sich sehr kritisch zu dieser Thematik. Es berührte mich, nicht nur, weil es mein erster Trackback war sondern vielmehr weil mein Aufruf Auslöser eines solchen Beitrags war.

Als ich mich wegen gewisser Einstellungsschwierigkeiten wieder auf die Webseite des Lichternacht-Entwicklers begab, nutzte ich die Möglichkeiten seines Blogs aus und las mich durch die Vielzahl seiner Artikel. Ich mag seinen Schreibstil, ich mag einige, aber nicht alle seiner Artikel. Ich kann mich daran erfreuen, reiben, könnte über seine Ansichten streiten und mich mit ihm austauschen.

Als ich seinen Link zu einem privaten MyWeb-Konto nutzte, erhielt ich Einblick in die privaten Aktivitäten eines Musikers. Er macht die Art Musik, die ich liebe, wenn ich meine depressiven Phasen habe. Traurig, melancholisch, depressiv halt. Ohne nervenden Gesang und Schnörkel. Minimalistisch nennt er das Ganze. Kenne mich da nicht so gut aus, hatte bislang nur Erfahrungen mit Steve Reich gemacht.

Als ich seinen nächsten Link zu Jamendo nutzte, um zu den bislang veröffentlichten Alben zu navigieren, nutzte ich die vollen Möglichkeiten, diese Musik zu hören und sie auf mich wirken zu lassen. Ich bin derzeit eher in einer manischen Phase, aber diese Musik gefällt mir streckenweise jetzt schon sehr gut.
Wie soll das nur werden, wenn ich mal wieder daliege und die Welt um mich herum und ganz besonders mich verfluche. Ich freue mich ja fast schon auf diesen Augenblick.

Jedenfalls habe ich für mich entschieden, Kontakt zu suchen. Einen Kontakt mit Menschen. Denn ich habe keine Angst abgewiesen zu werden.

Es gibt immer eine friedliche Koexistenz zwischen uns unbekannten Personen und die wird es auch weiterhin geben, wenn die mögliche Seelenverwandtschaft doch nur eine geplatzte Seifenblase war.

Ich kann nur gewinnen, einen Bekannten, einen Freund gar.

Wenn das nicht spannend ist, dann weiß ich auch nicht.

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