Archiv für das Tag 'Tagebuch'

Lebenskrise

Steffi 5. Februar 2010

Haben alle Frauen immer wieder eine „Lebenskrise“?

Was soll ich tun? Wo will ich hin? War das schon alles? Geht da noch mehr? Was will ich wirklich? Das alles sind Fragen, die mich immer mal wieder beschäftigen. Unregelmäßig regelmäßig. Sei es privat, beruflich oder einfach generell.

Warum beschäftigen mich solche Gedanken immer wieder?

Und wenn ich dann feststelle, dass ich zum Beispiel mit meinem Job nicht zufrieden bin, warum ändere ich es dann nicht? Was hindert mich daran? Ist es einfach die Angst, das Gewohnte aufzugeben für etwas Neues oder Angst davor, die Sicherheit, die ich in meinem Job habe, zu verlieren? Ich schaue mich nach Jobs um, sehe eine Stellenanzeige, die mir voll zusagen würde und was mache ich? Ich lese es mir durch und denke: „Oh jaaaaa, das will ich machen!“, klicke die Anzeige weg und schaue weiter. Nein, ich bewerbe mich nicht, aber warum nicht? Warum nicht???????

Ich weiß doch genau, dass mein Job nicht das ist, was ich machen will, was mich erfüllt… Es ist schon verdammt komisch, dass ich mir Gedanken mache über mich und mein Leben, aber es trotzdem weiter „aussitze“… Fehlt mir wirklich der Mumm, einfach was Neues zu suchen, zu finden und auszusteigen, einen Neuanfang zu wagen?

Sind alle Frauen so? Suchen alle Frauen ihr Leben lang nach der „Erfüllung“ ihres Lebens? Denken nur Frauen soviel über sich und ihr Leben nach?

Und was passiert, wenn man den „Neuanfang“ wagt und damit gegen die Wand fährt?

Ja, ich habe Angst vor dem „Neuanfang“, zumindest jetzt noch. Es ist nicht so, dass mir mein Job keinen Spaß macht, aber er erfüllt mich einfach nicht. Mir fehlt die Herausforderung, die Abwechslung. Vergangene Woche hatte ich das: Abwechslung/Herausforderung, aber ich weiß genau, dass es spätestens ab Dienstag wieder „Alltag“ ist und ich jeden Tag wieder dasselbe mache. Und genau das ist es, das mich so „unzufrieden“ macht – die Routine.

Nun gut, was mach ich also: Ich schaue mich um, was ich noch tun kann, suche nach Weiterbildungen, will noch mehr lernen. Was soll es sein? Ein Aufbauseminar auf mein Studium, eine Fremdsprache, ein Lehrgang zur internationalen Managementassistentin. Manno, was will ich denn überhaupt? Am besten alles! Und wo fange ich an? Ich hab mich informiert, der Lehrgang wird derzeit nicht an meinem Wohnort angeboten, okay – gestrichen. Schade eigentlich, denn das war der Favorit. Bleibt also nur noch übrig: Fremdsprache oder Aufbauseminar. Das Aufbauseminar wäre im Oktober für 6 Wochen zweimal die Woche… Entschieden! Juhu, ich hänge das Aufbauseminar dran. Und dann??? Welche Sprache will ich denn lernen? Französisch? Spanisch? Italienisch? Oder was Ausgefalleneres wie Chinesisch?

Eins nach dem anderen: Also, ich schreibe mich für das Aufbauseminar ein und danach wird man weitersehen. J

Nun habe ich für den Moment eine Entscheidung getroffen, aber es ist nicht gesagt, dass mich genau die gleichen Gedanken nächste Woche, nächsten Monat, nächstes Jahr nicht schon wieder „befallen“ und ich von Neuem mit der Suche beginne, der Suche nach „meiner Erfüllung meines Lebens“.

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Wieder noch ein Jahr

Hartmut 23. Januar 2010

Gesucht – gefunden – überlebt!

Was wurde ich bestreichelt, bekuschelt, angemotzt, getreten und wieder fein angechattet. “Hartmut schreib!”

Trietzig, trotzig, einerlei, nein, sagte es innerlich zu mir, was geht die Welt noch mein lahmes Privatleben an. Ich tue das, was andre schreiben müssen. Ich lebe!
Da sind sie wieder, die ewigen Nörgler, die mir sagen wollen, wie mein Leben auszusehen hat, wie ich es besser machen und schöner gestalten könnte.

Ein toller Job, sehr viel Geld, mehr Macht, eine Familie, 3 Kinder, eine 18jährige Blondine, die mir jeden Abend einen lutscht. Ein Leben im Penthouse oder doch am Strand? Habe Furcht vor Tsunami. Erdbeben, Gewalt und Krieg. Wo soll ich mein Haus bauen? Nix am Meer, nix am Berg, kein Flachland und gar nicht in Deutschland – wegen der Steuern – versteht sich.

Ich habe keine Schreibblockade, ich habe keine Ideen! Habe ich eine, stell ich sie in Frage! Ewiges marterndes Hirn, ewig in frage stellendes Einerlei. Dann schreibt Marcella und der Geheimrat stürzt sich auf zwei Worte. Peng! Plötzliche Poesie – sinnfreie – überfällt mich und lässt mich überkommen – nicht übergeben!

3 Jahre – oder 4 existiert diese Domain, dieser Blog! Nach feiern ist mir nicht zumute. Würdigen, demütig verbeugen, ja, das gefällt mir, denn jeder geistige Dünnschiss hier drinnen, ist einer für die Ewigkeit. Wer meint, dass ihm das, was ich jetzt schreibe, zu wenig sei, der ist meiner kommenden Worte überhaupt nicht würdig. Lies Dich durch frühere Artikel – mein ganzes Leben, meine Visionen, meine Gedanken zu Politik, Recht, Wirtschaft, Kirche und Glauben stehen hier drinnen. Manifeste – unumstößlich. Ich werde hier nicht frisch aufbrühen, aufwärmen, dem Zeitgeist anpassen. Da bin ich wie Goethe: Genial aber tot!

Zu vorletzt ein selbst komponiertes Gedicht:

Einen Goethe stößt man nicht ins Gesicht
Nein das tut der brave Bürger nicht
Weder Land noch Adel
hauen nur fürs Madel
Geschmeidig und gewunden
hab ich ihn gefunden
lache fröhlich in die Welt
und zahle nix fürs Geld
Humor ists was mich treibt
und mir das Essen einverleibt
Dicker werden mit nem Lachen
und Feuer werfen aus dem Rachen

Lebe. Liebe. Leidenschaft,
eine Kraft, die Leiden schafft
Mit voller Wumme und Krawall
treibt mich der lahme Schwall!

Viel Worte um das Nichts
brennt aus des Lebens Lichts
geh kacken, junger Padawan
ists vorbei mit dem Gereim

Und wie gewohnt – ein Lied

Pur – Ein graues Haar

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Ich bin Dein

Hartmut 30. Dezember 2009

Ich habe jetzt die halbe Nacht wach gelegen. Ich konnte einfach nicht einschlafen. Immer und immer wieder kreisten meine Gedanken in Deine Richtung.
Ich denke über die letzten beiden Tage nach. Wie Du mir die Energien gegeben hast als es mir nicht gut ging und wie ich sie Dir gestern Abend zukommen lassen wollte. Ich weiß, dass sie nur zur Hälfte eintrafen. Zu groß waren die Einflüsse von außen und Dein eigenes Seelenleben war geschwächt. Du bist gestern wieder traurig ins Bett gegangen, das habe ich gefühlt und ich habe hier mit Dir zusammen gelitten. Ich sende Dir seitdem so viel Kraft und positive Energien wie ich nur kann. Nimm sie an, sie werden Dir helfen.

Ich spüre Deine Angst, dass Du mich verlieren könntest. Ich versichere Dir, dass diese völlig unbegründet ist. Ich bin Dein für immer. Ich liebe Dich wie mein Leben. In mir brennt die Leidenschaft und Sehnsucht für Dich und das wird sich niemals mehr ändern. Ich kämpfe für unsere Liebe und habe eine Engelsgeduld. Ich setze Dich nicht unter Druck und werde warten und jede Deiner Entscheidungen voll unterstützen. Ich stehe hinter Dir wie ein Fels in der Brandung. Und das für immer. Fest, unumstößlich und rein ist meine Liebe zu Dir. Wer Dich angreift und Dir dauerhaft schadet, der bekommt es mit meiner blanken Wut zu tun. Mein Beschützerinstinkt kennt keine Mauern und keine Entfernungen.

Meine liebe Frau in spe, ich musste Dir diese Zeilen schreiben, weil es in mir rumort. Nicht, weil etwas in mir nicht stimmt. Bei mir ist alles wie es sich gehört. Mein Herz schlägt nur noch für Dich und ich sehe unsere Seelen in Frieden, Harmonie und Einklang. Ich sehe auch Dich zufrieden und glücklich in der Zukunft. Vereint mit mir und in meinen Armen liegend. Ich möchte Dir dieses Vertrauen schenken, jetzt, hier und heute, dass du es weißt, wie sehr ich Dich liebe und ich möchte Dich von Deiner Angst und Deinen Zweifeln befreien.

Dieser Text ist ein Manifest. Ein Versprechen. Er ist zugleich meine Botschaft der ewigen Liebe an Dich als auch das Bekenntnis der Reinheit, Wahrheit und Klarheit meiner echten spirituellen Verbundenheit zu Dir. Noch nie war mir ein Mensch körperlich und geistig so nah wie Du und nie wieder werde ich je einen anderen Menschen so nah an mich heran lassen.

Ich schenke Dir diese Zeilen. Sie sollen Dir Kraft geben und eine Stütze sein. In guten Tagen sollen Sie Dich einfach zum Lächeln bringen, an schlechten Tagen sollen Sie Dir Deine Zweifel und Ängste nehmen.

Ich schenke Dir ein weiteres Lied. Eines, das mir immer geholfen hat, wenn ich traurig war und mich zum Lächeln bringt und glücklich macht. Ich kann jeden Buchstaben von diesem Lied auswendig und es gilt als eines meiner Lieblingslieder. Vielleicht kannst Du Dich mir vorstellen, wie ich heimlich mitsinge und vor Dir knie um es Dir zu widmen.

Xavier Naidoo – Und Wenn Ein Lied

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Der erste Schnee – mein heiliger Sonntag

Hartmut 22. Dezember 2009

von Lars

Mein wunderschöner Sonntag fing morgens um 10 Uhr an. Ich drehte mich noch mal von einer Seite auf die andere. Ich freute mich riesig auf einen Tag im Bett, vor dem Computer und vor dem Fernseher. Einfach mal den ganzen Tag in meinen Schlafsachen in meiner Wohnung bleiben, und die Außenwelt mal Außenwelt sein lassen.

Auf einmal stellte ich fest, dass meine noch recht neue Freundin neben mir lag, und Sie sich sehr darauf freute, mit mir auf den Weihnachtsmarkt nach Düsseldorf zu fahren. Da ich es mir nicht gleich mit Ihr verscherzen wollte, war ich selbstverständlich hell auf begeistert und freute mich ebenso sehr wie Sie darauf.

Trotz meiner mittlerweile ziemlich starken Rückenschmerzen von letzter Nacht, quälte ich mich gegen 11 Uhr aus dem Bett, und stellte voller Begeisterung fest, dass die Erde in dieser einen Nacht die Gestalt des Nordpols annahm, und sich in einem wundervollen Weiß gefärbt hatte. Ich wollte gerade raus rennen und einen Schneemann bauen, Schneeengel in den Schnee stempeln, meinen Namen in den Schnee pinkeln, aber meine Rückenschmerzen machten mit einen Strich durch die Rechnung.

Ich war fester Überzeugung mein Bett-Tag sei gerettet! Pustekuchen! Meine Freundin rief gleich Ihre beste Freundin an, und erzählte ich wie toll es doch sei, im Schnee auf dem Weihnachtsmarkt herumzustiefeln und Glühwein zu schlabbern. Ihre beste Freundin stimmte Ihr zu, und beschloss sich mit uns um 16 Uhr am Bahnhof zu treffen.

Auf diesen Schreck bestellte ich mir gleich meine Frühstückspizza und musste die aktuelle Situation erst einmal verarbeiten. Mit vollem Magen lässt es sich sicher besser aushalten schoss mir sofort durch den Kopf. Es wird bestimmt ein Aspekt geben, Sie von Ihrem Vorhaben abzuhalten. Natürlich gab es den nicht!

Wie abgesprochen machten wir uns also bei –10 Grad Celsius auf den Weg zum Bahnhof, wofür ich wegen meiner Faulheit natürlich mein mit Sommerreifen ausgestattetes Auto nahm. Von der Idee das Auto für eine Strecke von 10 km zu nehmen, war meine Freundin natürlich nicht begeistert, aber soviel Stolz musste sein, dass ich mich von diesem Plan, mein Plan, nicht aufhalten lasse würde.

Mit 20 km/h schlichen wir zum Bahnhof, weil der Winterdienst natürlich noch nicht die Nebenstraßen abfuhr, um dort für ein reibungsloses Durchkommen zu sorgen. Sicher am Bahnhof angekommen kam auch gleich die Bahn nach Düsseldorf. Der tolle Tag konnte also losgehen. Langsam kam selbst in mir ein wenig Freude auf, was den Tag natürlich umso besser aushalten lassen würde.

In der Bahn trafen wir dann die beste Freundin meiner Freundin und Ihren Freund, der uns auf Anhieb erzählte, dass aufgrund der Wetterlage sämtliche Bahnen mit Verspätung eintreffen würden, oder gar ausfallen! Taxen würden ebenfalls nicht fahren. Fantastisch dachte ich! Da konnte ich ja von Glück behaupten, dass unsere Bahn nach Plan fuhr. Was die ganze Situation für spätere Auswirkungen haben wird, das war mir in diesem Moment völlig unklar und auch egal.

20 Minuten später trafen wir auf dem Weihnachtsmarkt ein. Ein stink normaler Weihnachtsmarkt: Fressbuden, Glühweinstände, Bastel‑ und Kerzenstände. Ein herrlicher Tag: fröhliche Gesichter, spielende Kinder im Schnee, weihnachtlicher Duft in der Luft und leere Glühweinstände.

Um meine mittlerweile eingefrorenen und nassen Füße zu verdrängen, zog ich mir erstmal einen heißen Glühwein mit Schuss rein. Innerlich aufgewärmt ging es weiter und wir gingen eine Runde über den Markt. Blöd nur, dass ich allmälig völlig eingeschneit war, und der Schnee anfing auf meinem mit Glühwein erwärmten Körper zu schmelzen. Meine Laune sank sprungartig in den Keller, als ein Fahrradfahrer vor mir durch eine Pfütze fuhr, und mein Unterkörper damit komplett einnässte. Es dauerte nicht lange und ich fing an, mir meinen Arsch ab zu frieren und ich wünschte mir tatsächlich schon sowas wie Thermounterwäsche her.

Als ich meine ich meine ersehnte Dampfnudel aufgegessen hatte, wollte ich schleunigst nach Hause, auch wenn das nach 1 Stunde Aufenthalt auf dem Weihnachtsmarkt nicht unbedingt angebracht wäre. Da mir mittlerweile aber so kalt war, dass ich ernsthaft befürchtete, mir würden sämtliche Zehen abfrieren und absterben, war mir ab hier alles egal! Ich nahm meine Freundin und machte mich auf den Rückweg zum Bahnhof, um Heimreise anzutreten. Nach etwa 30 Minuten Verspätung, und dadurch weiteren 30 Minuten in der Kälte stehen und frieren, kam endlich der Zug. Noch nie in meinem Leben hab ich mich so sehr gefreut, in einen völlig überfüllten Zug zu steigen, um damit nach Hause zu fahren.

Ich wärmte mich in dem Zug etwas auf, und meine Laune stieg langsam wieder nach oben. 2 Haltestellen vor dem Ziel war meine Laune sogar fast auf demselben Stand, wie heute Morgen nach dem Aufstehen. Plötzlich ein Piepen, eine Durchsage vom Bahnfahrer: Ich konnte und wollte es nicht glauben, was er in diesem Moment durchsagte: Aufgrund der Unwetter seien die Schienen ab hier gesperrt! Kein Weiterkommen möglich. Es gäbe nur noch eine Möglichkeit an unser Ziel zu kommen: Aussteigen, auf die nächste Bahn warten und zurück zum Hauptbahnhof, dort in eine andere Bahn steigen, die uns dann endlich an unser Ziel bringen würde…

In diesem Moment wurde mir eines klar: Ich habe 2 Möglichkeiten: Entweder ich sterbe hier und jetzt in dem Zug, oder ich renne nach vorne zu dem Bahnfahrer, und bedrohe ihn und zwinge ihn die letzten 2 Haltestellen noch weiterzufahren. Die erste Möglichkeit schloss ich zunächst aus, und entschied mich für die zweite. Leider wurde mir die zweite Möglichkeit nicht gegeben, da ich gerade ausgestiegen war, und mich auf den Weg nach vorne zum Führerhaus machte, und dieser nach einem Sturz in den Schnee nicht mehr zu erreichen war.

Um mir die bevorstehende Wartezeit etwas zu verkürzen, beschloss ich, die ebenfalls wartenden Passanten mit Schneebällen zu bewerfen. Da die Dreistigkeit wie man weiß meist siegt, beschwerte sich keine Menschenseele über mein Verhalten, sondern wichen meinen Bällen einfach nur aus. Nach einigen Würfen bereitete meine Freundin meinem Spaß ein Ende.

Nach weiteren 60 Minuten Warten und Frieren kam endlich der Zug zurück nach Nirgendwo. Mein Körper war bereits so sehr unterkühlt, dass sich meine Haut langsam bläulich färbte. Meine Angst sämtliche Körperteile zu verlieren wurde immer größer, und langsam begriff ich, dass diese Angst gar nicht mal so unberechtigt war. Ich fing nach mehreren Jahren Pause tatsächlich an zu Beten, und bat Gott darum, mich schleunigst an einen warmen Ort zu bringen. Natürlich kann sich jeder vorstellen, dass meine Gebete nicht erhört wurden sind. Warum auch? Wenn man das letzte Mal gebetet hat, als man von Mama gezwungen wurde, warum sollte dieses eine Gebet erhört werden?

Zurück am Hauptbahnhof: Chaos! Wo man hinschaute verwirrte Menschen, ja sogar weinende Menschen! Für diesen einen Moment dachte ich tatsächlich, ich spiele die Hauptrolle in einem schlechten Steven King Film. Dies war leider nicht der Fall, da man in einem Film immer noch auf ein Happy End hoffen kann, was in meinem Fall definitiv nicht der Fall war. Nachdem ich mir einen völlig überteuerten Kaffee mit zitternden Händen einwarf, färbten sich zumindest meine Lippen wieder ein wenig in den normalen Naturgewollten Zustand. Ein wenig Hoffnung bestand. Zunächst!

Als ich mich traute mal an die Tafel zu schauen, auf der die Abfahrtszeiten der Züge eingefangen werden konnten, wollte ich das zweite Mal an diesem Tag auf Anhieb sterben! Ich meine Gut, für manche wären die 2 Stunden Wartezeit ein leichtes, da ja vor der Tür noch der Weihnachtsmarkt im Gange war, aber für mich war das die Einladung in die Hölle, die ich gezwungener Maßen dankend annahm, wobei die Hölle aufgrund der dort herrschenden Temperaturen wahrscheinlich in diesem Moment mein Paradies gewesen wäre!

Natürlich konnte ich mich glücklich schätzen, in einem überdachten, nach Fäkalien stinkenden Bahnhof zu stehen, aber ich hätte mir weiß Gott etwas Besseres vorstellen können. Was das gewesen wäre, da brauche ich nicht näher drauf einzugehen, weil sich sicher jeder vorstellen kann, dass das fast alles wäre, außer Nachts klitsch Nass und halb erfroren am Bahnhof zu stehen, um auf den Zug zu warten, der in nächster Zeit nicht eintreffen würde. Diese Vorstellung, zu wissen, es wird noch mindestens 2 Stunden dauern, bevor man seinem Zuhause ein Stück näher kommt, ließ meine Zehnägel nach oben Rollen.

Meine diesmalige Wartezeit verbrauchte ich damit, mir weitere 3 Kaffees rein zu kippen, und völlig verwirrt den Bahnhof auf und ab zu laufen. Mit meiner Freundin tauschte ich mittlerweile kein Wort mehr aus. Als ich endlich die Durchsage hörte dass der Zug nach 30 Minuten Verspätung endlich eintreffen würde, brach ich in Tränen aus und umarmte eine Wildfremde Frau, die mir daraufhin eine wohltuende Backpfeife verpasste. Ich merkte wie das Blut in mein Gesicht gepumpt wurde, es ließ mein Gesicht für eine kurze Zeit erwärmen.

Nun saßen wir um ca. 01:30 Uhr in dem Zug, der uns sicher an den Bahnhof brauchte, wo mein Auto geparkt war. Ich war überglücklich und auf einmal war mir für eine kurze Zeit alles egal, mir war egal dass ich die größte Zeit des Tages mit Warten verbrauchte, mir war egal dass ich den halben Tag mit nassen Sachen herumlief, und diese bereits so hart waren, weil sie komplett gefroren waren. All das war mir völlig egal geworden! Bis ich in meinem Auto saß, und mir schnell klar wurde, dass die Nacht nicht schon ein Ende gefunden hat…

Auf dem Weg von dem Bahnhof zu meinem Auto ist mir überhaupt nicht aufgefallen, dass die Straßen mittlerweile so eingeschneit waren, dass dort ein Durchkommen höchst wahrscheinlich unmöglich sei.

Ich stellte die Sitzheizung meines Autos auf höchste Stufe ein, um meine Hose aufzutauen, in der Hoffnung, mein Bestes Stück würde bald wieder aus seinem Versteck, dem Bauchinnenraum, herauskommen. Mir wurde schnell klar, dass das kontinuierliche Gas geben kaum Wirkung zeigte. Mein Tachostand zeigte schon eine Geschwindigkeit von 45 km/h an, aber meine Umwelt rauschte diesmal nicht an mir vorbei, wie ich es sonst beim Autofahren gewohnt war. Ich musste einsehen, dass ich mit dem Auto fest steckte. Und es erschien mir so lächerlich, dass ich kurz drüber schmunzelte. Das Schmunzeln wurde jedoch schnell von einem Hass‑ und Aussichtslosen Gefühl abgelöst, und verschwand völlig.

Nach 10 Minuten hemmungslosen Gas geben, sah ich ein, dass das keinen Sinn mehr machen wird. Ich stieg aus dem Auto aus, und versuchte das Auto mit Hand etwas aus der Parklücke herauszuziehen, was sich natürlich als völlig sinnlos herausstellte. Ich kam auf die Idee, den ca. 20 cm. hohen Schnee der sich um das Auto gelegt hatte, wegzuschippen. Nach kurzem schippen mit der Hand hatte ich diese bald schon nicht mehr gespürt, und das Ergebnis war eher Lachhaft als Bewundernswert.

Da kam mir plötzlich die glorreiche Idee, an der 7 km entfernten 24h Tankstelle eine Schneeschaufel zu kaufen. Gesagt, getan: Meine Freundin blieb natürlich bei laufendem Motor auf der Sitzheizung sitzen, um auf mich zu warten. Bereits nach 1 Stunde, kam ich völlig verschwitzt und aufgewärmt von meinem kleinen Marathon Lauf mit der Schaufel zurück, um gleich anzufangen das Auto frei zu schaufeln. Mein schöner warmer Schweiß fing plötzlich an, sich sprungartig abzukühlen. Meine aufgetaute Hose war auch schon wieder gefroren, samt allem was sich darunter befand.

Meine Schaufelaktion fand etwa 30 Minuten später ein Ende. Ich hatte es verdammt noch mal geschafft. Ich stieg ins Auto ein, fuhr los und freute mir ein zweites Loch in meinen eingefrorenen Arsch! Mit Schneckentempo ging es zu meiner Freundin, die darauf bestand, dass Auto bei Ihr abzustellen, und die Nacht gemeinsam ausklingen zu lassen. Ich schaute auf die Uhr die mittlerweile 07:00 Uhr anzeigte. Ich setzte Sie bei Ihr Zuhause ab, fuhr ohne ein Wort zu verlieren nach Hause, setzte mich 1 Stunde vor meinen ersehnten Computer um dann nackt auf der Tastatur einzupennen!

Was für ein scheiß Tag!

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Mein Netbook geht wieder

Hartmut 10. Juli 2009

Und was bin ich darüber froh.

Ich weiß gar nicht, ob Ihr es wusstet, aber das Ding war die letzten 6 Wochen nämlich kaputt. Ja, meine liebe Mutter hatte das Ding bei sich und als sie es im Garten aus der Tasche holen wollte, entglitt es ihr. Der Schaden: Display zeigte nur noch lustige Mosaiken an. Da ging nix mehr mit Anzeigen.

Kann passieren, muss aber nicht. Ein Fall für ihre Haftpflichtversicherung. Die zeigten sich auch bereitwillig, den Schaden zu übernehmen. Also ging ich auf die Suche nach einer passenden Reparaturwerkstatt hier in Berlin und ich wurde fündig bei star61.

Der erzählte mir erst mal, dass das Display eines Samsung NC10 keine 10.1 sondern 10.2 Zoll hat und damit nicht jedes Display eingebaut werden könne. Scheinbar wäre diese Spezifikation nicht einmal selbst Samsung bewusst, da sie immer noch mit 10.1 werben.
Jedenfalls wäre das benötigte Teil nicht am Lager, er hätte es aber schon bestellt. Das könne aber noch dauern, weil es direkt aus Taiwan geliefert würde.

Tja und so zogen sich die Wochen. Bis gestern der erlösende Anruf kam. Ich darauf hin meine Mutter angerufen und sie gefragt, ob ich das Auto haben dürfe, um zum Laden zu fahren. Klar, wenn ich sie vorher im Garten absetzen würde. Kein Problem, gesagt getan. Um 13:30 Uhr setzte ich sie ab und ich machte mich auf die kurze Strecke von 12km von Charlottenburg um Prenzlauer Berg. Ui, Ost-Berlin. Ich weiß auch nicht, aber irgendwie versuche ich Fahrten dorthin noch immer zu vermeiden. Und seit gestern weiß ich auch wieder warum. Es war die Hölle. Als ich den früheren Grenzübergang Bernauer Straße passierte, war nur noch Stau angesagt. Ja, ich weiß, auch in West-Berlin gibt es genug Stauadressen aber ich kam mir vor als würde ich vom Dorf in die Großstadt fahren. Je tiefer ich eindrang, umso mehr wurde mir erst bewusst, dass ich als Spandauer wirklich eher in einer äußerst ruhigen Ecke von Berlin lebe.

Um 14:45 Uhr, also 75 Minuten später erreichte ich endlich den Laden. Muss man sich mal reinziehen. Mit dem ICE wäre ich in dieser Zeit fast von Berlin nach Hamburg gefahren. Egal, ich rein, Laptop hingelegt, der Typ erkannte mich und versprach sofortige Reparatur binnen einer Stunde.
Diese Stunde vertrieb ich mir die Beine und sah eine Fressbude neben der anderen. Die ganze Straße nebst Seitenstraßen bestand praktisch nur aus Restaurants, Kneipen, Cafés. Irgendwie konnte ich nicht anders und holte mir 2 Croissants und eine Computer-Bild (arghh) und verschanzte mich zurück ins Auto. War auch besser so, weil es immer wieder kurze Regenschauer gab.
Lange Rede, gar kein Sinn, um 15:45 Uhr holte ich mein Laptop ab, berappte mal eben 180 Euro (100 für das Display, 80 für den Einbau) und machte mich auf die Heimreise, die erstaunlich schnell verlief. Der sonst übliche Stau auf der Seestraße und auf der A100 war nicht vorhanden, obwohl irgendwas von einem Unfall gefaselt wurde.

Um 16:15 Uhr war ich wieder im Garten und zeigte stolz mein repariertes Netbook. Leider hielt die Freude nicht lang an, weil die Akkus leer waren und ich Dödel den Netzstecker zu Hause liegen gelassen hatte.
Tja und dann setzte meine Mutter zur Feier des Tages eine Erdbeerbowle an und wir tranken uns ein wenig lustig. Zu lustig, weil wir nicht mehr fahrtauglich waren. Also blieben wir einfach die letzte Nacht draußen. Und es war so schön. Ich stelle immer wieder fest, dass ich mit kurzärmeligem Hemd am besten bei Temperaturen um die 18 Grad klar komme. Der Freund meiner Mutter saß dick vermummelt da, fröstelte mit T-Shirt, Pullover und Jacke und meine Mutter und ich grinsten ihn nur doof an.

Und nun sitze ich hier zu Hause, weil wir irgendwie alle nicht so richtig schlafen konnten und unser schlechtes Gewissen uns wieder heimwärts trieb. Denn mein Kater und die Katze waren fressmäßig nicht vorbereitet, aber das müssen die mal abkönnen, die dicken Dinger *grins

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Virtueller Schein trifft reelles Sein

Hartmut 30. Mai 2009

Es ist schon komisch, das Gefühl zu haben, sich entschuldigen zu müssen, dafür, dass man einen Blog betreibt und sich für eine kurze Zeit nicht dem Objekt widmen kann.

Aber was soll das? Es ist nur eine Sache, ein Ding, ein Objekt. Der, die, das Blog ist nur EIN Ausdrucksmittel, eines, das mal als Tagebuch und mal als News‑ und Entertainment-Plattform dient. Für mich bleibt mein Blog mein persönlichstes Selbstdarstellungsobjekt.

Aber es ist mehr. Es existiert ein Mensch dahinter. Er lebt, leidet, erlebt und erleidet. Mal volle Pulle Konzentration darauf, dieses und jenes nieder zu schreiben und mal ist es das wahre, reale Leben, das pure Glück, die Freude, die Freunde.

Warum bloggt man, wenn man lebt? Wenn man hinaus geht, alles genießt, alles in sich aufsaugt, die Natur, die Menschen, die Politik, das Fernsehen.
Alles wird geschrieben, auch Geschichte. Geschichte wird gemacht.

Warum muss ich mich jetzt und hier entschuldigen? Warum habe ich das Gefühl, ich muss es einfach tun?

Für die wenigen Menschen, die ich nicht kenne, die hier hin und wieder kommentieren und mir einen Augenblick Sympathie und Aufmerksamkeit schenken? Natürlich stelle ich mich gern selbst dar, natürlich möchte ich unterhalten, mal lehren und mal bespaßen. Möchte mein Leben mit dir und dir und dir teilen, so wie ich an Deinem teilhabe, Deinen Blog lese und dir bei Twitter folge oder gar mit Dir chatte oder sogar telefoniere. Ein schönes Gefühl, angekommen zu sein in der virtuellen Realität.

War es das? Ist es das? Wird es immer so sein? Ist meine Entscheidung für immer getroffen oder mag sie revidiert werden? Nicht gleich, nicht heute, in naher Zukunft, vielleicht niemals?
Was mache ich, wenn sich meine Interessen ändern? Wenn ich wieder eine Familie habe, die mir keinen Raum mehr gibt, der ich mein ganzes Herzblut widmen will, die mich fordert und der ich auch meine volle Liebe geben will?

Wenn ich keine Zeit mehr habe, vielleicht einen Job, der es mir nicht mehr erlaubt?

Was tue ich, wenn ich merke, dass mir ein anderes Leben wichtiger wird, als meine Zeit vor dem Computer zu verbringen?

Oder auch was ganz anderes:

Was mache ich, wenn ich das Vertrauen in mich verliere, wenn ich Angst habe, mich jeden Tag aufs Neue in diese so real wirkende Welt des Internets zu begeben? Mit jedem Buchstaben wird Inhalt publiziert. Mein Inhalt, darunter mit meiner Unterschrift. Wie kann ich mich verantworten, es vor mir rechtfertigen, wenn ich in Angst und Sorge lebe und lieber den Kopf in den Sand stecken möchte, statt meine Gedanken mit anderen teilen zu wollen ?

Mein Thema, ich lebe, ich liebe und alles mit voller Leidenschaft!

Liebe, Respekt und Vertrauen, anders geht das Leben nicht, sowohl das echte, das reale als auch diese künstliche virtuelle Welt. Diese Welt voller Menschen, die dahinter stehen. Nur weil ich sie nicht sehe, fühle, schmecke und rieche, sind es doch Menschen, die ich mag, die mir oft am Herzen liegen und die manchmal sogar eine gewisse mentale Verbindung mit mir haben.

Wir leben alle in der gleichen mathematischen Zeit: 24 Stunden, keiner mehr und keiner weniger.

Wir haben Job, Familie, Freunde, wollen uns amüsieren, nachdenken und ausruhen. Mal engagieren wir uns, mal lassen wir uns treiben. Wenige von uns schreiben ihre Gedanken auf, sehr viele tun es aber nicht. Und das geht auch, jedem halt das Seine.

Ich bin keinesfalls in der gleichen Sinnkrise wie Julia, die hatte ich bereits vor vielen Jahren.

Damals, als ich noch meine Mailbox namens Funboard betrieb. Damals als mein Amiga 3000 kaputt ging. Ging er gar nicht, er wurde kaputt repariert. Sollte in einen Tower gebaut werden, statt offen 20 Modems, zig Festplatten und CD-Laufwerke zu betreiben. Alles lag lose herum und sollte zu einem kompakten Gehäuse verschmelzen. Tat er nie und über Tage war ich offline.

Ich war für 700 Menschen, die ihre tägliche Post abholten das Internet. Das, das es noch gar nicht gab.
Schnell spürte ich in den Tagen des Zwangs-Offline-Sein-Müssens, dass ich zurückkehrte. Zurück in ein Leben, ein echtes, eines, welches um mich herum passiert. Ich stürzte mich in neue Abenteuer, vergaß schnell die virtuelle Welt und blickte nicht mehr zurück.
Es war ein schönes Leben, vielleicht ein anderes. Ich traf mich mit Freunden, heiratete, ließ mich wieder scheiden, hatte neue Beziehungen und wechselnde Freundschaften. Im Job harmonierte es, mein Leben verlief “normal”.

Dann kam ich zum Bloggen: Eine eindeutige Ergänzung zum Leben. Ich schrieb Tagebuch und begann mein Leben zu reflektieren. Ich schrieb meine Vergangenheit nieder, verfasste meine eigene kleine Autobiografie.

Ein gutes Gefühl. Ich verspüre noch immer höchste Hochachtung, was ich da so tat im Sommer 2007.

Alles steht da geschrieben: meine emotionalsten Momente, mein Glück, meine Visionen und ich bereue nichts.

Eher lächle ich milde, wenn ich woanders lese und einen Gleichgesinnten finde, der sich mit meiner längst abgeschlossenen Thematik befasst.

Soll ich ihn auf meine geschriebenen Worte hinweisen? Helfe ich ihm, wenn ich das tue oder werde ich als Linkschleuder klassifiziert oder gar überheblich genannt? Weil ich meine Erfahrungen gemacht habe? Vom Leben leben?

Komplizierte Gedanken, die sich nur ein Blogger machen kann. Denn wenn ich real einen Menschen treffe, der z.B. Liebeskummer hat, dann greife ich zurück auf den Fundus meines Wissens und gebe ihm das, was ich kann und weiß. Er kann es nehmen und verwerten oder löschen und sich umdrehen. Keine Vernetzung außer der, der realen Freundschaft. Hier darf ich mich wiederholen, hier muss ich nicht jeden Tag etwas Neues erschaffen, kann mich einen Tag, zwei Wochen, gar ein Jahr nicht melden und doch ist diese Freundschaft ein fester Bestandteil in meinem Leben.

Ich stelle viele Fragen aber ich hinterfrage mich nicht. Will ggf. zum Denken anregen oder polarisieren, wie ich es auch im echten Leben tue.

Meine Freunde haben ihre liebe Mühe, mit mir umzugehen und mich zu verstehen. Ich lasse meinen Emotionen freien Lauf. Manchmal echauffiere ich mich, obwohl ich mich nur engagiere, mal wirke ich depressiv obwohl ich nur nachdenklich bin. Manchmal wirke ich sogar besoffen, obwohl ich nüchtern bin. Und das alles in dieser reellen Welt.

Wie mag da nur mein Bild erscheinen für die, die mich nicht kennen?
Wieder lande ich bei Julia, die das hinterfragt, ob wir nicht alle große Showmaster sind. Besonders unter unserer virtuellen Maske. ()

Ich merke schon, ich schreibe mich wieder um Kopf und Kragen, aber ich liebe das Schreiben. Neben Spaß und dem kleinen Drang der Selbstdarstellung ist es wohl die Motivation, neben meinem realen Leben noch zu bloggen.

     

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Karenzzeit

Hartmut 13. April 2009

Erst vor wenigen Wochen endete meine Beziehung zu einem Menschen, der für mich die große Liebe war. Nach einigen vorherigen, gescheiterten Verbindungen gab ich mich ohne den geringsten Zweifel dieser Liebe hin. Der Beginn, der Tag, an dem es so herrlich und romantisch in unser beider Herzen knallte, liegt heute auf den Tag genau 27 Monate her. Es war so schön, die Schmetterlinge im Bauch zu spüren, Pläne zu schmieden, zu kuscheln und ohne Verlustangst gemeinsam durch das Leben zu gehen. Zu welchem genauen Zeitpunkt das Feuer in meinem Herzen erlosch, vermag ich nicht mehr zu sagen, das erste Flackern des strahlenden und wärmenden Lichtes war bereits nach 3 Monaten, als es zu einem großen Vertrauensbruch kam. “Ein Ausrutscher”, sagte sie und auf meine Traurigkeit folgte die Versöhnung. Noch ein zwei kleinere “Ausrutscher” und mein Vertrauen in die Liebe, in die ich so zweifelsfrei gegangen war, war nachhaltig gestört. Auf Trennungen folgten umso schönere Versöhnungen, aber es fiel mir immer schwerer, mich mit reinem Herzen wieder neu einzulassen. Die nachfolgenden Monate verliefen harmonischer. Wir sahen uns kaum noch, redeten seltener, träumten von dem Beginn unserer Beziehung, wo alles noch so schön und rein war. Ich klammerte mich förmlich an diese Hoffnung, dass alles werde, wie es früher einmal war. Diese Hoffnung war trügerisch und falsch, denn es zögerte nur das hinaus, was letztlich unvermeidbar war: Das Ende mit Schrecken, dass dem Schrecken ohne Ende doch deutlich vorzuziehen ist. So endete die Beziehung mit einem Knall. Einem leiseren als dem, mit dem sie begann. Nun sind ein paar Wochen vergangen und ich wundere mich, dass dieser Mensch in meinem Leben keine Rolle mehr spielt. Jedenfalls keine emotionale. Und je weiter ich mich entferne, desto unwirklicher wird sie, die große Liebe. Nur noch eine blasse Erinnerung, die mir gar ein Lächeln entlockt, die ich mit schönen Erzählungen beschmücken kann. Wie eine Geschichte aus der Kindheit. Auch, wenn man von dem Tag berichtet, an dem man vom Rad fiel und sich das Bein brach.

Und nun frage ich mich: Wie lange muss ich warten, bis ich mich wieder verlieben darf? Bis ich zweifelsfrei meine große Liebe treffe und von der Zukunft mit diesem Menschen träumen darf? Eine Hoffnung auf eine lebenslange, glückliche Beziehung ausmalen kann? Mein Herz ist so rein und so bereit, aber muss ich warten? Wie lange ist diese Frist, die verstreichen muss, um mich blindlings auf eine Partnerschaft mit einem neuen geliebten Menschen einzulassen?
Ich möchte keine Liebe, weil ich einsam bin, ich möchte sie nicht als Lückenfüller zur letzten. Das wäre Betrug und stünde nicht für das, wofür ich lebe. Für Ehrlichkeit, Liebe, Respekt und Vertrauen. Wie könnte ich mit Leidenschaft für das eintreten, was mir mein Herz mit auf den Weg gibt?

Ich horche in mich hinein und höre es deutlich: Ich bin bereit für die große, einzige und wahre Liebe.

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Liebes Tagebuch!

Hartmut 5. April 2009

Ich würde gerne mal wieder Tagebuch schreiben. Ich meine so richtig, so, wie ich es früher tat. Komisch ist nur, dass ich oft an Dich denke und ich wirklich will, dass ich in Dich hinein schreibe und doch habe ich mich so entfernt von Dir.

Ich würde gerne mal wieder etwas über mich schreiben, wie es mir so geht und ich denke oft, was wohl der Anlass war, dass ich es früher tat. War es nur, wenn ich traurig war? Oder zu verliebt oder traurig verliebt? Oder verlassen und unglücklich?

Meine Gefühle müssen wohl Karussell fahren, ich muss nicht mehr ein noch aus wissen, um in Dich hinein zu schreiben, muss mir Luft verschaffen, mein Ventil öffnen und mich Dir voll und ganz anvertrauen.

Liebes Tagebuch, ich vermisse Dich, aber was soll ich Dir schreiben, wenn ich glücklich bin? Wenn ich mich pudelwohl fühle und Dir einfach nichts zu sagen habe? Ich würde gern, aber ich bin so gut drauf. Alles läuft so perfekt, ich mag mich, meine Welt, meine Freunde, mein Leben und meinen Körper! Ich bin schmerzfrei, Single und habe kaum Verpflichtungen. Das Wetter ist geil, meiner Mutter geht es gut, meine Psyche ist stabil und ich fühle, wie ich mich weiter entwickle.

Liebes Tagebuch, ich liebe es zu schreiben, ich liebe es zu bloggen, zu twittern und zu chatten. Ich habe viele neue Bekanntschaften, enge Freundschaften, ich fühle mich geborgen und behütet. Und ich bin stark und verlässlich! Auch ich pflege mich, pflege meine Kontakte, fühle mich frei, könnte mich verlieben und mein Herz schlägt auf dem rechten Fleck.

Liebes Tagebuch, warte noch ein wenig. Dann schreibe ich Dir, wie ich die Welt so sehe, wie ich das Glück empfinde, wie ich eine neue Liebe finde und wie es weiter geht. Du bist mir ein treuer Begleiter in meinem Leben und ich will Dich nicht mehr missen auf meinem Weg. Du bist ich, Du bist meine Vergangenheit und Gegenwart und manchmal zeigst du mir die Zukunft.

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Fremdbewertung

Hartmut 14. Februar 2009

Gestern war ich zur abschließenden Beurteilung wegen einer angedachten Operation zum Magen-Bypass (hier) bei meiner Psychologin.
Wir gingen nochmal alles durch, sie stellte mir unheimlich viele Fragen, viele, die ich manchmal einfach nur mit ja oder nein beantworten sollte, obwohl ich immer geneigt war, mehr sagen zu wollen.

Über das Gutachten, dass sie nun über mich erstellen wird, werde ich sicherlich noch später – wenn es mir halt vorliegt – berichten.
Jedenfalls, als ich aus der Praxis ging, hatte ich dieses komische Gefühl des Ausgeliefertseins.
Sie wird mich nun beurteilen, meine Psyche und Gedanken in ein Gutachten, in ein Urteil hineinschreiben, eines, dass ich nicht anfechten kann. Weil es ja ein professionelles und durchdachtes ist. Aber eben eines über mich.

Ich denke über mich nach, wie ich mich in meinen Augen sehe, wie ich mich fühle und was ich von mir halte und dann kommt ein Mensch daher, der mich mit seinen Augen sieht, seine Meinung über mich hat und das aufschreibt und sagt, was er von mir hält.
Ich hab hier schon viel über Kritikfähigkeit und dem Annehmen von Feedback geschrieben, wie man sich verhält, wenn man sich dem ausliefert, wie man es annimmt und wegputzt, wenn man es nicht annehmen kann.

Trotzdem bleibt halt dieses Kribbeln im Bauch, dieses Ungewisse, dieses nicht Greifbare.
Ich fühl mich gut, ich find mich toll und dann kommt das Gutachten und peng, hat sie mich.
Die Fremdbewertung.

Mehr will ich gar nicht sagen. Jetzt geht es mir schon besser, wie immer, wenn ich blogge :-)

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Das Leben ist eine Achterbahn

Hartmut 12. Februar 2009


Und was für eine, wenn ich mir meine letzte Woche so rein gemütstechnisch betrachte.

Nachdem mir letzte Woche Freitag das JobCenter per Telefon klar machte, dass die Zeit in meiner Wohnung abgelaufen sei (hier), vertrübte sich mein Horizont und ich fiel in eine üble Depression. Noch einen Tag vorher habe ich beim Rio versucht, ihn mit meiner positiven Einstellung aus seinen Depris zu holen.
Bei mir ging dann plötzlich bis Montag gar nichts mehr, bis ich es doch schaffte, mich zu Marcella zu bewegen.
Sie hatte sich einen neuen PC gekauft und sie und die 3 Kids tanzten aufgeregt durch die Gegend, als ich mich ums Anschließen und Installieren kümmerte. Durch diese Ablenkung ging es mir schnell wieder besser.

Aufgetankt mit frischer Energie und neuem Lebensmut kam ich dann auch gestern nach Hause, fischte die Schreiben des JobCenters aus meinem Briefkasten oder besser Hausbriefkasten und freue mich jetzt auf die kommenden Herausforderungen.
Und als mich dann noch nachts meine Mutter aus dem Bett klingelte, um mir ihre Verlobung mitzuteilen, habe ich den Rest der Nacht nur noch grinsend verbracht.

Wer hätte das gedacht, als ich mir ab der Adventszeit 2008 so viele positive Veränderungen für das Jahr 2009 vorstellte, dass diese auch mit solch einer Power in mein Leben platzen.
Da kann ich jetzt auch keinen Rückzieher mehr machen.
Ich finde es geil, wenn ich am Ende des Jahres auf einen Wohnungswechsel, ein neues Körperbewusstsein, dank Gewichtsabnahme und Mundhöhlensanierung, auf ein gutes Bloggerjahr und eine Hochzeit meiner Mutter zurückblicken kann.
Da werfen mich doch 2–3 Tage Depressionen nicht aus der Bahn. Vielleicht sind sie gar nötig, wenn ich mal wieder zu schnell renne.

Zum Mitlesen der Lyrics:

Na, na, na, na, na
Na, na, na, na, na
Na, na, na, na, na
Na, na, na, na, na

(Hey, baby)
You’ve really got my tail in a spin
(Hey, baby)
Ⅰ don’t even know where to begin
But, baby, Ⅰ got
One thing Ⅰ want you to know
Wherever you go tell me ‚cos I’m gonna go

We found love, oh
So don’t fight it
Life is a rollercoaster
Just gotta ride it
Ⅰ need you, ooh
So stop hiding
Our love is a mystery
Girl, let’s get inside it

(Hey, baby)
You’ve really got me flying tonight (flying tonight)
(Hey, sugar, ooh, ooh)
You almost got us punched in a fight
(that’s all right)
But, baby you know
The one thing Ⅰ gotta know (know, know)
Wherever you go tell me ‚cos I’m gonna show

We found love, oh
So don’t fight it
Life is a rollercoaster
Just gotta ride it
Ⅰ need you, ooh
So stop hiding
Our love is a mystery
Girl, let’s get inside it

Listen
Can’t you feel my heart (feel my heart)
Can’t you feel my heart (feel my heart)
Can’t you take my heart

We found love, oh
So don’t fight it
Life is a rollercoaster
Just gotta ride it
Ⅰ need you, ooh
So stop hiding
Our love is a mystery
Girl, let’s get inside it

(Oh)
Don’t fight it, fight it, fight it
(Na, na, na, na, na)
Don’t fight it, fight it, fight it
(Na, na, na, na, na)
Don’t fight it, fight it, fight it
(Na, na, na, na, na)
Don’t fight it, fight it, fight it
(Na, na, na, na, na)
Don’t fight it, fight it, fight it
(Na, na, na, na, na)
(Na, na, na, na, na)

Love is a mystery girl
Let’s get inside it
Na, na, na, na, na

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